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Böser Onkel

Personalie: Der Berliner Bauunternehmer Christian Krawinkel

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 2 Min.
Unternehmer Christian Krawinkel spendet der AfD 100 000 Euro.
Unternehmer Christian Krawinkel spendet der AfD 100 000 Euro.

Seinen beiden Neffen dürfte der Berliner Bauunternehmer Christian Krawinkel dieser Tage noch peinlicher sein als ohnehin: Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass der millionenschwere Vermögensverwalter 100 000 Euro an die Thüringer AfD unter dem Rechtsextremisten Björn Höcke gespendet hat, distanzierten sich die Verwandten umgehend. »Not in Our (Last) Name«, schrieb der Frankfurter Antifaaktivist Moritz Krawinkel auf Twitter in Richtung seines Onkels zweiten Grades. Zu der Spende, die Krawinkel mit den »aktuellen politischen Ereignissen in Thüringen« begründet hatte, findet der Neffe klare Worte: »Shame on him!«.

Es ist nicht das erste Mal, dass der 73-Jährige Christian Krawinkel in die Schlagzeilen gerät. Bisher machte er allerdings weniger durch rechte Umtriebe als durch seinen luxuriösen Lebensstil von sich reden. Auch dass er bei einer Zwangsversteigerung für eine halbe Million Euro jede Menge Ramsch des insolventen Ex-Tennisstars Boris Becker erstand, kann allenfalls als schrullig gelten. Nun also macht er 100 000 Euro für einen Landesverband locker, dessen Vorsitzender der Gründer des rechtsnationalen »Flügels« in der AfD ist, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Und das auch noch unter dem Motto »Für mehr Demokratie in unserem Land«. Seinen Neffen Niklas Krawinkel, der zur Geschichte des NS-Regimes, Rassismus und Rechtsradikalismus forscht, und Moritz Krawinkel, der ein Buch über Antifa geschrieben hat, dürfte das die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen, seine Freunde schon. Und die hat der nach eigenen Angaben »parteipolitisch ungebundene« Christian Krawinkel, der mit der Großspende an die Rechtsradikalen seine »Rechte als Bürger unseres Vaterlandes« wahrnehmen wollte, nun tief im braunen Sumpf. »Dieser Unternehmer hat Rückgrat!«, freute sich etwa der AfD-Politiker Malte Kaufmann, der die Attacke gegen seinen Parteikollegen Frank Magnitz schon mal mit dem Mord an Walter Lübcke gleichsetzt. Das nächste Familienessen bei den Krawinkels dürfte spannend werden.

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