• OXI
  • Italiens Sonderwege

»Unsere Gesellschaft lebt«

  • Von Norbert Hagemann
  • Lesedauer: ca. 10.0 Min.
Demonstranten protestieren auf dem Platz vor der Basilika Santi Apostoli im Dezember vorangegangenen Jahres gegen mögliche Massenentlassungen in großen Unternehmen.

Informieren die deutschen Medien über Italien, dann berichten sie in der Regel über die schlechte Wirtschaftslage und über Wahlergebnisse, die nur schwer zu verstehen sind.
Tonino Perna: Das kann ich sogar verstehen, denn beides hängt natürlich zusammen. Seit der großen Finanzkrise 2008 und der folgenden Rezession hat sich die italienische Wirtschaft bis heute noch nicht wieder erholt. In dieser Zeit ist ein Viertel der Produktionskapazität des Landes verloren gegangen. Aktuell freut man sich über ein Wachstum von 0,1 Prozent. Zugleich schiebt das Land einen riesigen Schuldenberg vor sich her, was bedeutet, im Rahmen der Austeritätspolitik gibt es keinen Handlungsspielraum. Im Alltag interessieren sich die Menschen aber nicht für solche Wirtschaftsparameter sondern nur dafür, wie sich ihre Lebensverhältnisse darstellen.

Und wie stellen die sich dar?
Ein Großteil quält sich mit zunehmender Armut, prekären Arbeitsverhältnissen, le...


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