Und noch ein Eklat

Die juristische Aufarbeitung des Anschlags von Ankara 2015.

  • Von Jan Keetman
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Şebnem Yurtman war eine von 103 Menschen, die in Ankara ermordet wurden.

Der 10. Oktober 2015 versprach ein schöner Tag zu werden. Vor dem Bahnhof von Ankara versammelten sich junge Leute, die meisten Gewerkschaftsmitglieder. Sie sollten als Ordner an einer großen Friedensdemonstration teilnehmen. Einige tanzten ausgelassen, Schulter an Schulter zu Trommeln und Oboen. Plötzlich ein Knall, Feuer schoss in die Menge und wenige Sekunden später eine zweite Explosion. Zunächst kam keine Ambulanz, sondern die Polizei und fiel mit Knüppeln und Tränengas über die Menschen her. 103 Menschen starben, über 500 wurden zumeist schwer verletzt.

Die beiden Selbstmordattentäter waren bald identifiziert. Beide waren im sogenannten Islamischen Staat organisiert. Einer der Attentäter war der Bruder eines anderen Selbstmordattentäters, der knapp drei Monate zuvor, im kurdisch-türkischen Suruc gegenüber dem zwischen Kurden und IS umkämpften Kobanê 34 Jugendliche in den Tod gerissen und viele verletzt hatte. Die Jugendliche...


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