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Der Morgen danach

Sonntagmorgen

Eine Freundin und ich unterhielten uns auf dem Weg zu einem Konzert. Es ist der Samstag nach Thüringen, nach dem Handschlag, nach der Verharmlosung. Wann ist eigentlich der Punkt gekommen, an dem man merkt: Jetzt wird’s zu brenzlig - wir gehen? Das fragten wir beide einander und hatten keine Antworten parat. Wann ist die Grenze überschritten? Wenn nach jeder Grenzverletzung die Normalisierung folgt, jede Grausamkeit im Nachhinein kleingeredet wird, spürt man irgendwann nicht mehr, was auf dem Spiel steht.

Aber der Blick hat sich geändert: auf Nachbar*innen, Mitschüler*innen, Arbeitskolleg*innen, Kommiliton*innen. Die Erinnerung kriecht hoch an das erschreckende Gefühl, als Kind im Geschichtsunterricht zu sitzen und zu merken: Hätte man 70 Jahre früher in diesem Klassenraum gesessen, hätte man kaum Chancen gehabt zu überleben - weil Mitschüler*innen, Lehrer*innen, Nachbar*innen einen als minderwertig angesehen hätten. Berechtigtes ...


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