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Die Mühe vor dem Sturm

Marie Frank freut sich über neue linke Netzwerke

»Wir leben nicht mehr in den 90er Jahren«, wird der Linke-Kultursenator Klaus Lederer nicht müde zu betonen, wenn es um die Verdrängung sozialer und kultureller Projekte geht. Heute könne man sich nicht mehr einfach Räume für selbstverwaltete Strukturen aneignen, dazu sei der Inwertsetzungsdruck in Berlin einfach zu hoch. Nun hat Lederer damit sicherlich nicht unrecht.

Zurücklehnen darf sich die Politik deswegen deswegen aber noch lange nicht. Besonders die Linkspartei hat gegenüber den jahrzehntelang gewachsenen linken Freiräumen eine besondere Verantwortung. Statt dem Ausverkauf der kulturellen Seele Berlins tatenlos zuzuschauen, braucht es endlich wirkungsvolle Konzepte, um die Hausprojekte, Kiezkneipen und Jugendzentren zu schützen.

Dass sich die linke Szene angesichts des Fehlens solcher Konzepte nicht länger auf die parlamentarische Politik verlassen will, ist nur allzu verständlich. Statt vom Bezirk an den Senat und von dort an die Bundespolitik verwiesen zu werden, nehmen die Aktivist*innen ihre Zukunft nun selbst in die Hand.

Mit prominenter Unterstützung ist es allerdings noch lange nicht getan. Die wirkliche Arbeit geht jetzt erst los: Vernetzung der Initiativen, Delegiertentreffen, zermürbende Plena, zähe Auseinandersetzungen darüber, welche Aktionsformen die richtigen sind. Das alles ist anstrengend, aber bitter nötig. Geschieht das nicht, kommt dies einer Kapitulation gleich.

Umso wichtiger war es, diese Phase mit einer festlichen Gala einzuläuten. Nach dem Motto: Erst feiern, dann kämpfen. Junge Besetzer*innen konnten sich mit alten Hasen austauschen, wovon im besten Fall alle profitieren. Denn es braucht beides: Sowohl das alte Know-how und die Kampferfahrung als auch den jungen Kampfgeist und frische Ideen. Alles zusammen könnte zu einem wirkungsvollen politischen Kampf führen, der zeigt, dass Geld nicht das einzige Machtmittel ist und die Berliner*innen ihre Stadt nicht kampflos aufgeben.

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