Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Eigene Vision

Jörn Boewe über Tarifpolitik in Zeiten des ökologischen und digitalen Wandels

  • Von Jörn Boewe
  • Lesedauer: 1 Min.

Wie auch immer die diesjährige Metall-Tarifrunde ausgeht - sie wird richtungsweisend sein. Wie in der Krise vor einem Jahrzehnt stellt die IG Metall Jobsicherung vor Lohnerhöhungen. Mit regionalen »Zukunftspaketen« sollen Produktionsstandorte erhalten, Entlassungen vermieden und Weiterbildungsangebote verbessert werden - um »die Transformation zu bewältigen«. Angesichts des Umbruchs vor allem in der Automobilindustrie ist die Prioritätensetzung vernünftig. Problematisch ist aber, dass die IG Metall der Strategie der Unternehmen keine eigene Vision entgegensetzt.

Allzu unkritisch hat sie die beschönigende Erzählung vom »ökologischen und digitalen Wandel« übernommen. Tatsächlich geht es um ein gigantisches Rationalisierungsprogramm, mit dem die deutschen Hersteller ihre nach Dieselgate eingebrochene Weltmarktposition wieder stärken wollen. Arbeitsplätze werden massiv in »best cost countries« verlagert - angeblich wegen der »Transformation«, tatsächlich, um Niedriglöhne zur Gewinnmaximierung zu nutzen. Und dass man künftig neben übermotorisierten SUVs auch mehr Hybrid- und Elektroautos in den Markt drücken will, macht aus der Veranstaltung keine Nachhaltigkeitsrevolution. Eine solche auf die Tagesordnung zu setzen - das wäre ein »Zukunftspaket«, das die IG Metall schultern sollte.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln