Urlaub auf Adrenalin

Graffiti-Touristen suchen im Berliner Untergrund nach dem Kick des Verbotenen.

  • Von Robert Putzbach
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Volodymyr steht am offenen Fenster und raucht. Die Asche schnipst er im Sekundentakt in den Hinterhof eines Moabiter Wohnblocks. Durch die halb geöffneten Jalousien fallen die morgendlichen Sonnenstrahlen in die kahle Wohnung. Volodymyr, der wie die anderen seinen echten Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, hat wenig geschlafen; morgens um fünf Uhr ist sein Kumpel Maksym aufgestanden, um seinen Rückflug nach Kiew anzutreten. Von Oleksandr, dem Dritten im Bunde, fehlt seit gestern Abend jede Spur.

Das Trio macht in Berlin Urlaub. Doch sie gehören nicht zu den Touristen, die sich für das Brandenburger Tor oder den Fernsehturm interessieren. Ihre Sehenswürdigkeiten sind die abgestellten Züge, die in dunklen U-Bahn-Schächten auf ihren Einsatz warten. Ihre Souvenirs sind die Fotos und Videos von den illegalen Sprühaktionen, die sie nach dem Trip wie Trophäen voller Stolz herumzeigen werden. Berlin hat in der Szene einen einsch...


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