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Scherz, lass nicht nach!

Füllhorn sein oder Füllhornochse? »Aus dem bürgerlichen Heldenleben« von Sternheim und Castorf am Schauspiel Köln

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Die Kunst hat Namen für das, was wirklich Freiheit wäre, gefährlichste Freiheit. De Sades Peitschenlust oder Baudelaires böse Blumen. Batailles Ekel wie Artauds Grausamkeit. Buñuels Widerlichkeiten wie Genets Perversitäten und Hrdlickas gerissenes Fleisch. Dante und Bosch und Rodins Höllenstürzler sind uns nahe, just da, wo wir uns dagegen wehren. Das ist Kunst, die uns dazu bewegen will, das Gleichgewicht zu verlieren und durch rohe, rünstige, ruchlose Bilder in jenes Höhlensystem der Räusche einzutreten, in dem ein neuer Schwerpunkt gültig wird. Jenseits unserer so gut ausgebildeten flinken Reflexe, uns per politischem Bewusstsein immer wieder eine ordentlich einrichtbare Welt einzureden.

Gern meint der Bürger, er sei ein Füllhorn, das besagte Räusche austeilt. Füllhorn? Eher Füllhornochse, der Leerstellen bewirtschaftet - das bürgerliche Heldenleben ist eine Farce. Frank Castorf hat es am Schauspiel Köln collagiert, aus vier Ko...


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