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Brückenbau für VW

Rainer Balcerowiak zum noch lange nicht beendeten Dieselskandal

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 1 Min.

830 Millionen Euro Entschädigung für betrogene Dieselkunden - der Autoriese VW kann die im Vergleich mit den Verbraucherzentralen fällige Summe angesichts der Geschäftsentwicklung aus der Portokasse zahlen. Allein 2019 legte der Gewinn auf 13,3 Milliarden Euro zu.

Doch trotz der Einigung in dem Musterfeststellungsverfahren ist der Dieselskandal noch lange nicht ausgestanden - und das ist auch gut so. Die strafrechtliche Aufarbeitung ist in vollem Gange, gegen Manager laufen Verfahren wegen Betruges, Marktmanipulation und auch Steuerhinterziehung, weil die falsch deklarierten Fahrzeuge zu Mindereinnahmen bei der Kfz-Steuer führten. Auch bei den Entschädigungen bis hin zur Frage der Hardware-Nachrüstung ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen, da Verfahren sowohl beim Bundesgerichtshof als auch beim Europäischen Gerichtshof anhängig sind.

Für viele Kunden mag der jetzt geschlossene Vergleich eine kleine Genugtuung sein und eine Möglichkeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Doch es bleibt ein schaler Nachgeschmack. Während der Konzern in den USA umfassend zur Rechenschaft gezogen wurde und schmerzhafte Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe leisten musste, werden VW in Deutschland Brücken gebaut, um sich billig aus der Affäre ziehen zu können.

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