Chronik einer angekündigten Krise

In Südtirol lähmt das Coronavirus den Tourismus. Wintersportgäste verlassen fluchtartig die Region

  • Von Reimar Paul
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Gsiesertal ist ein nördliches Seitental des Pustertales in Südtirol. In mehreren Dörfern und verstreut liegenden Höfen wohnen rund 2200 Menschen. Sie leben von der Landwirtschaft und vor allem vom Tourismus. Urlauber kommen hauptsächlich zum Wandern und zum Skilanglaufen hierher. Am Ende des Tals, auf rund 1500 Metern Höhe, liegt das Hotel Magdalenahof.

Der Eurocity 89 der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verbindet im Zwei-Stunden-Takt München und Bologna. Ab Innsbruck ist der Nachmittagszug so gut wie leer. Der Grenzbahnhof Brenner wirkt am Dienstag der vergangenen Woche verwaist. Ich sehe keine Menschen auf den Bahnsteigen. Zwei Männer mit Atemschutzmasken und Sprühflaschen marschieren durch die Waggons und bespritzen die Sitze mit einem Desinfektionsmittel.

Hotelchef Josef Burger führt am Mittwoch neun Gäste auf einer Schneeschuh-Tour in das nahe Pragsertal. Durch Tiefschnee geht es hinauf zum 2300 Meter hohen Strud...


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