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Deutschland wehrt sich gegen US-Zugriff auf Tübinger Coronaimpfstoff-Firma

CureVac-Investor lehnt Exklusivvertrag ab / Linkspartei: Impfstoffherstellung darf kein Milliardengeschäft werden

  • Lesedauer: 4 Min.
Die Forschungsergebnisse aus den Laboren des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac sind international begehrt.
Die Forschungsergebnisse aus den Laboren des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac sind international begehrt.

Berlin. Zwischen den USA und Deutschland gibt es einem Medienbericht zufolge eine Auseinandersetzung um eine Firma, die an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet. Wie die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, versucht US-Präsident Donald Trump offenbar, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen in die USA zu locken beziehungsweise das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern. Der Hauptinvestor der Firma CuraVac erteilte dem Ansinnen jedoch eine Absage.

Der US-Präsident biete der Tübinger Impfstoff-Firma CuraVac angeblich einen hohen Betrag, um sich deren Arbeit exklusiv zu sichern, berichtete die Zeitung. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. «Aber eben nur für die USA», hieß es demnach in der Bundesregierung.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat sich gegen den mutmaßlichen Versuch der US-Regierung verwahrt, das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac in die USA zu locken. «Deutsche Forscher sind führend an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen beteiligt, in weltweiten Kooperationen», sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Wir können nicht zulassen, dass sich andere ihre Forschungsergebnisse exklusiv aneignen wollen», sagte Außenminister Heiko Maas. Dies werde im Kreis der G7-Staaten zu bereden sein. «Dieses Virus werden wir nur gemeinsam besiegen, nicht gegeneinander», sagte Maas.

Laut «WamS» arbeitet CureVac gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel an der Herstellung eines Impfstoffs gegen das Virus. Vertreter der Bundesregierung verhandeln dem Bericht zufolge nun mit CureVac. «Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Coronavirus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden», bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Zeitung. «Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac.»

Deutschland versuche das Unternehmen mit finanziellen Angeboten zu halten, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Regierungskreise. Derweil betonte die dievini Hopp BioTech Holding, Hauptinvestor von CureVac, ein Exklusivvertrag etwa mit den USA komme nicht in Frage. «Wir wollen einen Impfstoff für die ganze Welt entwickeln und nicht für einzelne Staaten», sagte einer der Geschäftsführer, Christof Hettich, dem «Mannheimer Morgen».

Auch Investor Dietmar Hopp betonte, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus «Menschen nicht nur regional sondern solidarisch auf der ganzen Welt erreichen, schützen und helfen» solle. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) reagierte erfreut auf die Stellungnahme des Unternehmens. Dies sei «eine großartige Entscheidung», sagte er in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». «Deutschland steht nicht zum Verkauf», fügte er hinzu.

Sein Ministerium verwies gegenüber der Funke-Gruppe zugleich auf die Möglichkeit der Bundesregierung, sich Übernahmen deutscher Unternehmen aus Drittstaaten näher anzuschauen und gegebenenfalls einzuschreiten. «Wenn es um wichtige Infrastruktur und nationale und europäische Interessen geht, dann werden wir notfalls auch handeln», betonte Altmaier in der ARD.

Ein US-Regierungsvertreter sagte AFP, die US-Regierung habe mit mehr als 25 Unternehmen gesprochen, die nach eigenen Angaben an einem Impfstoff arbeiteten. Die meisten hätten bereits Startkapital von US-Investoren erhalten. «Wir werden weiter mit jeder Firma sprechen, die sagt, dass sie helfen kann», hieß es weiter. «Und jede Lösung würde mit der Welt geteilt werden.»

Aus der SPD kam Kritik an dem mutmaßlichen Vorgang. Es handele sich «um eine ethische, nicht wirtschaftliche oder gar nationale Frage», erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas am Sonntag in Berlin. Bei einer Pandemie geht es um alle Menschen und nicht um 'America first'.« Die Linkspartei warnte, aus der Impfstoffherstellung dürfe kein kein Milliardengeschäft gemacht werden.

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Das Bundesforschungsministerium verwies darauf, dass die Impfstoffforschung mit staatlichen Geldern gefördert werde. »Die Bundesregierung hat die finanzielle Förderung der Entwicklungen zuletzt stark ausgeweitet«, sagte ein Sprecher von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die internationale Impfstoff-Allianz CEPI habe unter anderem die Firma CureVac mit der Entwicklung eines Impfstoffs beauftragt. AFP/nd

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