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  • "Tafeln" für Bedürftige

Immer mehr Tafeln schließen

Bundesverband: Grund sind in der Regel »Vorsichts- und Schutzmaßnahmen« / 90 Prozent der Ehrenamtlichen sind Rentner

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Immer mehr Tafeln in Deutschland stellen wegen der Corona-Krise ihre Lebensmittelausgaben ein. Hatten am Freitag etwa 30 Tafeln den Betrieb beendet oder deutlich zurückgefahren, so waren es am Monat schon deutlich mehr als 100. »Grund sind in der Regel Vorsichts- und Schutzmaßnahmen«, sagte eine Sprecherin am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd): »90 Prozent unserer Ehrenamtlichen sind im Rentenalter.« Dazu komme, dass viele der genutzten Räumlichkeiten zum Teil recht eng seien, wodurch ein hohes Ansteckungsrisiko bestehe.

Die Sprecherin verwies jedoch darauf, dass es vielerorts noch gelinge, Bedürftige mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Das geschehe etwa mit Unterstützung von jüngeren Menschen und indem beispielsweise Lebensmittel vorgepackt und unter freiem Himmel ausgegeben würden. Zudem würden auch bestehende Lieferdienste ausgeweitet. Das sei aber nicht überall möglich, hieß es. Ein weiteres Problem bestehe darin, dass einige Tafeln inzwischen deutlich geringere Mengen Lebensmittel gespendet bekämen.

Die Berliner Tafel hat vorübergehend fast die Hälfte ihrer Lebensmittel-Ausgabestellen geschlossen. Hauptgründe seien auch hier die Prävention und der Schutz von Menschen vor einer Infektion, sagte Geschäftsführerin Antje Trölsch am Montag. Zudem fehlten teilweise ehrenamtliche Mitarbeiter, oder Ausgabestellen müssten bis zur Klärung von Testergebnissen zunächst vorsorglich geschlossen werden. Am Montagmittag waren 21 von insgesamt 45 »Laib und Seele«-Ausgabestellen geschlossen, wie auf der Internetseite der Berliner Tafel mitgeteilt wurde.

In Niedersachsen und Bremen haben von 106 Tafeln neun Ausgabestellen aus Rücksicht auf ihre Kunden und Mitarbeitenden geschlossen, wie der Vorsitzende des Landesverbandes, Manfred Jabs, am Montag in Bremen mitteilte. Viele der Kunden und ehrenamtlichen Mitarbeitenden seien älter als 65 Jahre und gehörten zur Hochrisikogruppe: »Darum haben wir die Devise rausgegeben: Sicherheit geht vor.«

Im Harz haben ebenfalls schon vier Tafeln die Lebensmittelausgabe eingestellt. Betroffen sind die von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Tafeln in Quedlinburg, Halberstadt und Wernigerode sowie die von der Caritas in Halberstadt betriebene Wärmestube, wie der Landesvorsitzende der Tafeln in Sachsen-Anhalt, Andreas Steppuhn, am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Quedlinburg mitteilte. Weitere Tafel-Schließungen könnten im Moment leider nicht ausgeschlossen werden, hieß es. epd/nd

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