»Hier können wir den Tod jeden Tag sehen«

Flüchtlinge auf den griechischen Inseln in auswegloser Lage / Neuankömmlinge sind noch schlechter dran

  • Von Michael Trammer, Lesbos
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Ein Bild aus der Zeit, als es noch nicht ganz so schlimm war: Kalt peitscht der Wind an der Küste der griechischen Ägäisinsel Lesbos. 41 Menschen stehen durchnässt am Strand, unter ihnen 22 Kinder. Es ist eines der letzten Boote, deren Insassen es an Land geschafft haben, bevor die Lage eskaliert. Bevor der türkische Präsident die Flüchtlinge in seinem Land in Richtung Europa geschickt hat. Das Transitcamp »Stage Two«, das zwei Wochen später von einem rechten Mob niedergebrannt wird, liegt bereits verlassen in einer Kurve der kleinen Bergstraße, die den Ort Skala Sikamenias mit der Inselhauptstadt Mytilini und damit dem Lager Moria verbindet. Die Gemeinde hatte es kürzlich geschlossen. Die 41 Menschen warten nun im Regen. Hier, wo nur die Müllkippe ist.

Einer betrachtet die Szene und fragt interessiert, ob das alles auch dokumentiert werde. Walid* ist 27, aus Afghanistan und mit seiner gesamten Familie auf der Flucht. Als Angehöri...


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