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Paneuropäische Einigung

Die Fußball-EM wird wegen des Coronavirus um ein Jahr in den Sommer 2021 verschoben

  • Von Jirka Grahl
  • Lesedauer: 3 Min.
Auch am Münchner Olympiapark muss jetzt etwas länger auf die Europameisterschaft gewartet werden.
Auch am Münchner Olympiapark muss jetzt etwas länger auf die Europameisterschaft gewartet werden.

Eine Videokonferenz mit 55 Teilnehmern - so etwas gibt’s wohl auch beim europäischen Fußballverband UEFA nicht alle Tage. Doch die Coronavirus-Pandemie wird derartige Zusammenkünfte wohl für die nächsten Monate zur Normalität werden lassen, vielleicht aber auch solch eine Einigkeit wie die, mit der die Mitgliedsverbände das Unabwendbare beschlossen: Die alle vier Jahre stattfindende Kontinentalmeisterschaft wird verschoben. Aus der EURO 2020 wird eine EURO 2021.

Das ursprünglich geplante paneuropäische Turnier, das am 12. Juni 2020 mit dem Spiel Italien gegen die Türkei im Olympiastadion von Rom eröffnet werden sollte, soll nach dem Willen des Verbandes nun vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 ausgetragen werden. »Es gibt keine Alternative zur Verschiebung«, kommentierte Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes den Beschluss.

Ob die UEFA die Endrunde im nächsten Jahr auf die gleiche Art und Weise wie geplant ausrichten will und kann, blieb offen. Die EURO 2020 sollte in insgesamt zwölf Städten zwischen Lissabon und Baku ausgespielt werden. Ab dem Halbfinale wäre dann London der einzige Spielort gewesen. Auch in der Münchner Arena sollte gekickt werden. Drei Gruppenspiele mit der deutschen Nationalelf sowie ein Viertelfinale waren in der bayerischen Hauptstadt angesetzt.

Die Granden der europäischen Verbände hatten am Dienstag noch eine Menge anderer Dinge zu beschließen: Auf europäischer Ebene sind weiterhin alle Spiele für Vereine und Nationalmannschaften »bis auf Weiteres« ausgesetzt. Ob in der laufenden Saison noch Partien der Champions League und Europa League ausgetragen werden, werde »zu gegebener Zeit« entschieden. Man suche nach Möglichkeiten, die Saison zu Ende zu spielen. Am vergangenen Freitag waren beide Europapokalwettbewerbe schon vorübergehend ausgesetzt worden.

Auch hinsichtlich der letzten Playoff-Spiele für die nun verschobene Europameisterschaft bleibt die Frage nach den Terminen ungeklärt. Nach dem Willen des europäischen Dachverbandes sollen sie Anfang Juni stattfinden - wenn es die allgemeine Situation zulässt.

Die Verlegung der Europameisterschaft in den Sommer 2021 bedeutet für die UEFA Ungemach: Zum einen kommt der Kontinentalverband damit dem Weltverband FIFA in die Quere, der zu dieser Zeit eigentlich seine neue Klub-WM mit 24 Nationalteams ausspielen will, darunter acht Mannschaften aus Europa. Zudem müsste auch das Finale der UEFA Nations League verschoben werden.

Wegen des Coronavirus haben außer der Türkei alle Mitgliedsländer der UEFA bereits den nationalen Spielbetrieb eingestellt. Nach dem Beschluss des europäischen Dachverbandes am Dienstag bleibt den nationalen Ligen nun bis zum 30. Juni 2020 Zeit, die eigenen Wettbewerbe doch noch irgendwie zu beenden. Der letzte Junitag ist der letztmögliche Stichtag: Zu diesem Datum enden beispielsweise auslaufende Verträge zwischen Klubs und Spielern.

Hierzulande will die Deutsche Fußball Liga versuchen, die verbleibenden Partien der laufenden Saison ohne Zuschauer in den Stadien auszuspielen - falls das in nächster Zeit möglich sein sollte. Das hatte der Ligaverband am Montag beschlossen. Ob aber angesichts der sich weiterhin ausbreitenden Pandemie wirklich noch einmal gespielt werden kann, soll in der Woche nach dem 30. März erneut geprüft werden.

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