Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Flüchtlinge: Abstand halten unmöglich

Coronafälle in Unterkünften, Quarantäne in Suhl

  • Von Fabian Hillebrand
  • Lesedauer: 2 Min.
Die Polizei ist bei der Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl im Einsatz. In der Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Unruhen gekommen. Die Bewohner stehen wegen eines Coronafalls unter Quarantäne.
Die Polizei ist bei der Landeserstaufnahmestelle für Asylbewerber in Suhl im Einsatz. In der Thüringer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Unruhen gekommen. Die Bewohner stehen wegen eines Coronafalls unter Quarantäne.

Das Coronavirus macht auch vor Flüchtlingsunterkünften nicht halt. Aufgrund der beengten Zustände und den oft mangelhaften hygienischen Bedingungen führt das Virus hier zu besonderen Herausforderungen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte gegenüber »nd« mehrere Coronafälle in Flüchtlingsheimen in Deutschland. Es gäbe 13 bestätigte Infektionen an sechs Standorten in vier Bundesländern sowie 31 Verdachtsfälle an vier Standorten in drei Bundesländern.

Besonders dramatisch ist die Lage in einer Erstaufnahmeeinrichtung im thüringischen Suhl. Dort sitzen seit dem Wochenende 533 Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Quarantäne, nachdem am Freitagabend ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mann war erst an diesem Tag in die Einrichtung gekommen. Aus dem Thüringen Ministerium für Migration hieß es auf »nd«-Anfrage, die betroffene Person befinde sich in der Isolation und unter ärztlicher Kontrolle. Durch die zuständige Amtsärztin sei daraufhin für die Einrichtung Quarantäne verhängt worden. Damit gehe eine Ein- und Ausgangssperre einher. Die Quarantäne gelte mindestens 14 Tage.

Was tun, was lassen? - Der Corona-Service-Blog
Ansteckung, Arbeit, Reisen - Corona wirft viele Fragen auf. Wir versuchen, die wichtigsten zu beantworten.

In den folgenden Tagen hatten laut Lokalzeitungen einige Geflüchtete versucht, trotz Quarantäne die Einrichtung zu verlassen und sich der Isolation zu widersetzen. Daraufhin hatte die Polizei in einem Großeinsatz 22 Personen in die ehemalige Jugendarrestanstalt in Arnstadt gebracht, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion am Dienstag in Erfurt mit.

Coronavirus COVID-19 Fälle in ausgewählten Ländern

Der Flüchtlingsrat Thüringen forderte dringend eine dezentrale Unterbringung: In Thüringen lebten aktuell etwa 5500 Menschen in Lagern und Sammelunterkünften, so die Organisation. Beengte Unterkünfte, in denen sich oft mehrere Personen ein Zimmer teilen müssen, seien niemals eine gute Idee, unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erst recht nicht. Die Folgen einer Quarantäne-Situation wie in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl sollten für Schutzsuchende unbedingt vermieden werden, appellierte der Flüchtlingsrat. Auch sollten Angehörige von Risikogruppen aus den Einrichtungen geholt werden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln