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Sägt ein Ayatollah am Ast

Irans religiöses Oberhaupt beschleunigt seinen Untergang, meint Philip Malzahn

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: 1 Min.
Sägt ein Ayatollah am Ast

Es war keine Sternstunde des iranischen Krisenmanagements: In einer sonntäglichen Fernsehansprache hat Ayatollah Ali Khamenei behauptet, das Coronavirus sei »speziell für den Iran unter Verwendung iranischer DNA entwickelt« worden. Dahinter steckten natürlich die USA, die nur Hilfe anböten, »um die Wirkung ihres Gifts zu sehen«. Diese Rede wirkt durchaus überraschend für eine Führung, die noch vor Kurzem so tat, als gäbe es gar kein Virus. Vor allem deshalb ist der Iran nun das am schlimmsten betroffene Land der Region. Dass Khamenei jegliche Verantwortung von sich weist, zeigt, wie verzweifelt man ist: Immer, wenn innenpolitische Fehler so gravierende Folgen haben, dass sie irreparabel wirken, weicht man auf eine Verschwörungstheorie aus, in der alleine Satan, ergo das Weiße Haus, verantwortlich ist.

Sicherlich, US-Sanktionen haben das Land wirtschaftlich und politisch in die Ecke gedrängt. Doch die monatelangen Proteste 2019 und 2020 zeigten, dass viele Iraner es satt haben, dass die eigene Führung keinerlei Verantwortung zeigt und stattdessen das Leben der Menschen weiter durch Provokationen aufs Spiel setzt. Zum Abschluss seiner Ansprache bezeichnete Khamenei die US-amerikanische Führung als »Lügner, Manipulatoren und Scharlatane«. Dabei sind es wohl genau diese Adjektive, die vielen Iranern einfallen, wenn sie den 80-Jährigen im Fernsehen sehen.

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