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First me und Kopf in den Sand

René Heilig zur aktuellen Afghanistan-Politik in Washington und Berlin

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: 1 Min.
Afghanistan: First me und Kopf in den Sand

Wo immer die USA sich auf der Welt engagieren, letztlich geht es nur um die USA. Nun kürzt die Trump-Administration Afghanistan die Hilfsgelder. Vermutlich dauerhaft. Angeblich, weil die Kabuler Regierung ihren internen Machtkampf nicht beendet. Geht es noch zynischer? Kaum.

Washington hat das ohnehin geschundene Land vor über 18 Jahren gemeinsam mit Alliierten überfallen, um nach den Anschlägen vom September 2001 das Gesicht als globale Führungsmacht nicht zu verlieren. Die USA haben - wider alle vernünftigen Ratschläge und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung - manipuliert und getötet.

Knapp vor der US-Präsidentschaftswahl versucht der vielfach angeschlagene erste Mann im Weißen Haus abermals innenpolitisch mit dem Rücken an die Wand zu kommen. Ohne die Marionettenregierung in Kabul und die Verbündeten wirklich einzubeziehen, arrangiert man sich mit den bisher bekämpften Taliban und zieht Truppen zurück. Ergebnis: Die Gewalt nimmt zu.

Die Methode »First me« ist bekannt aus Vietnam. Man erinnert sich an die verheerenden Folgen. Und was tut die deutsche Regierung dagegen? Sie hält Truppenverstärkungen bereit, um eigene bedrängte Kräfte binnen 30 Tagen zu unterstützen. Das ist (erstens) eine Kopf-in-den-Sand-Politik, die (zweitens) weit weg ist von jedem humanitären Anspruch.

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