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Bernhard Felmberg

Sport und Affären

Bernhard Felmberg wird neuer oberster Seelsorgerdes Militärs

Von Sebastian Weiermann

Das deutsche Militär erhält einen neuen obersten Seelsorger: Bernhard Felmberg übernimmt im Oktober das Amt des evangelischen Militärbischofs. Felmberg hat eine äußerst wechselvolle Karriere hinter sich. Der 54-jährige Sohn eines West-Berliner Pfarrers promovierte in Theologie mit Bestnote, blieb in der Wissenschaft und ließ sich zum ehrenamtlichen Pfarrer ordinieren. Von 2000 bis 2002 war er Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, danach ging es zurück in den Schoß der Kirche. Bis 2008 war er in der Landeskirche Berlin-Brandenburg für die Aus-, Fort- und Weiterbildung zuständig.

Dann wurde Felmberg Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei Bundestag, Bundesregierung und EU. Somit war er evangelischer Cheflobbyist im Bundestag. In einem Porträt über ihn, das 2012 im »Tagesspiegel« erschien, erklärte Felmberg sein Amtsverständnis folgendermaßen: »Mitkriegen, wann eine Idee heranreift, und die eigenen Vorstellungen möglichst schon dann einbringen, wenn die Idee noch nicht in Paragrafen gegossen ist.« 2013 stolperte Felmberg allerdings über »Fragen der Lebensführung«. Während er getrennt von seiner Frau lebte, soll er Affären mit zwei Mitarbeiterinnen gehabt haben. Er musste seinen Stuhl räumen. Doch in der Politik gab es eine Verwendung für ihn. Felmberg wurde im Entwicklungshilfeministerium aufgenommen und stieg dort zum Leiter der Zentralabteilung auf. Sein Hauptthema dort: »Fairer Handel«. Im Bereich der Textilindustrie verteidigte er die Abschwächung von Nachhaltigkeitskriterien, weil man so mehr Hersteller mit ins Boot bekäme und die Marktmacht der Großen wichtig sei.

Felmbergs Leidenschaft neben der Politik ist der Sport. Im Namen der EKD begrüßte er das Comingout des homosexuellen Fußballspielers Thomas Hitzlsperger. Beim Bundesligisten Hertha BSC Berlin hat er 2006 die »Hertha-Kapelle« eingeführt. Dort hält er regelmäßig Andachten vor den Heimspielen ab. Sebastian Weiermann

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