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Das Virus und das »nd«

Wie Redaktion und Verlag mit der Coronakrise umgehen

Von Olaf Koppe

Nein, liebe Leserinnen und Leser, Sie bekommen von mir jetzt nicht neue und weitere Verhaltensvorschläge für den Umgang mit der Corona-Krisensituation.

Seit zwei Wochen leistet unsere Redaktion Hervorragendes, um Sie immer auf dem Laufenden zu halten. Ausführliche Zusammenfassungen der seitens der Behörden getroffenen Maßnahmen, Stimmungsbilder, Informationen zur Suche nach Gegenmitteln und den Blick auf die Corona-Situation außerhalb Deutschlands finden Sie täglich in Ihrem »nd«.

Da sich inzwischen fast die gesamte Redaktion und große Teile des Verlages im Home-Office-Modus befinden, geschieht dies schon unter erschwerten Bedingungen. Da dadurch auch Entscheidungswege und Abstimmungen komplizierter und vor allem zeitlich enger geworden sind, sahen wir uns vor zwei Wochen gezwungen, den Seitenumfang unserer Zeitung etwas zu reduzieren. Wir werden das in Abhängigkeit der Lageentwicklung natürlich ständig verifizieren und prüfen, ob und wann wir das System soweit wieder hochfahren werden, um Ihnen wieder den gewohnten Inhaltsumfang bieten zu können. Aber wir bitten schon mal um Verständnis, wenn sich dies über einen längeren Zeitraum noch hinziehen kann. Und bitten Sie um Solidarität und Verständnis dafür, dass wir keine preislichen Anpassungen im Abo nach unten vornehmen können.

Denn auch wir haben, wie viele andere Unternehmen der Medienbranche haben bereits mit Einnahmeverlusten zu kämpfen. Stornierungen im Anzeigen- und Beilagengeschäft, der Wegfall der Leipziger Buchmesse und die damit verbundenen Einnahmen im Buchshopgeschäft, der komplette Wegfall von Einnahmen aus unserem Leserreisengeschäft sowie nicht unbeträchtliche Umsatzeinbußen im Presseeinzelhandel, insbesondere in dem für uns wichtigen Bahnhofsbuchhandel, schlagen schon heftig ins Kontor. Dazu kommen Corona-bedingte Zusatzkosten, z.B. in der Zeitungslogistik, die an uns weitergereicht werden.

Bis jetzt ist das für uns noch nicht, im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Unternehmen, existenzgefährdend, auch weil wir stets versuchen, sparsam zu wirtschaften. Aber die Unsicherheit hinsichtlich der Dauer der Einschränkungen ist planerisch schwer zu beseitigen. Natürlich freuen wir uns, dass seit Anfang des Jahres immer mehr Nutzer auf unsere digital ausgespielten Inhalte zugreifen. Mit über 42 400 »Besuchern« pro Tag konnten wir diese Woche den höchsten jemals von uns gemessenen Zugriffswert auf unsere Internetseiten messen, und der März hat ja von heute ausgesehen noch drei Tage. Da wir uns aber entschlossen haben, in Corona-Zeiten unsere Pay-Wall vorerst abzuschalten und damit deutlich mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, sich mit unserem Qualitätsjournalismus bekannt zu machen, können wir aus diesen erfreulich hohen Zugriffszahlen noch keinen ökonomischen Nutzen ziehen.

Noch können wir glücklicherweise auch eine gedruckte Zeitung herausgeben. Die Notfallpläne zwischen uns und der Druckerei Berliner Zeitungsdruck sind aufeinander abgestimmt. Aber für den Fall, dass ein Druck aufgrund Ausfall von Druckbesatzungen nicht mehr möglich ist, werden auch wir komplett auf die digitale Verbreitung unserer Inhalte setzen müssen. Und da ist gut beraten, wer auch über die Möglichkeit der Nutzung unserer elektronischen Ausgabe nd-ePaper verfügt. Zumal wir nicht wissen, wie lange die Vertriebswege für die gedruckte Zeitung aufrecht gehalten werden können.

Wie viele andere mussten auch wir Veranstaltungen absagen. Dazu gehörten unsere geplante alternative Buchmesse »BUCH PLAN B«, unsere nd-im-Club-Veranstaltungen am Franz-Mehring-Platz, unser nd-Filmclub im Kino TONI, unsere Beteiligung mit einer nd-Mannschaft am Rennsteiglauf (dazu in dieser Ausgabe mehr) und leider auch die für den 19. April geplante nd-Frühjahrswanderung. Die holen wir, so Corona besiegt ist, dann im Herbst nach und feiern gemeinsam eine Wiederauferstehungs-Zielparty. Unseren Buchshop am Verlagsstandort Franz-Mehring-Platz 1 können Sie aber nach wie vor besuchen, solange uns die Offenhaltung erlaubt ist und Sie ihr Haus zum Einkaufen verlassen dürfen. Aber natürlich sind alle deutschsprachigen, im Handel lieferbaren Bücher, einschließlich derjenigen, die wir auch heute wieder auf unseren Leseproben-Seiten vorstellen, im Online-Shop unter www.neues-deutschland.de/shop bestellbar. Dieses Angebot sollte man nutzen, zumal der Online-Großhändler Amazon nach Informationen des Börsenblatts des Deutschen Buchhandels zur Zeit andere Prioritäten setzt und Ankäufe von Büchern bei Verlagen bis 5. April ausgesetzt hat. Für viele kleinere, inhabergeführte Verlage ist dies eine Katastrophe, andererseits aber auch die Chance, sich wieder stärker auf den stationären bzw. unabhängigen Online-Buchhandel zu konzentrieren. Wir reihen uns da gern ein.

Apropos Leseproben. Aus Reaktionen unserer Leserschaft wissen wir, dass das erste Leseproben-Paket in »nd.DieWoche« am 21. März mit Dankbarkeit aufgenommen wurde. Und auch die heutigen Beispiele auf den Seiten 25 bis 32 werden sicher mit Interesse aufgenommen werden. Wir haben uns bewusst entschlossen, auf Titel aus Großverlagen zu verzichten und den kleinen, unabhängigen Verlagen Platz einzuräumen. Und das werden wir auch in den nächsten Wochen versuchen fortzusetzen.

Hinsichtlich der Ausgabe vom 4. April können Sie sich schon mal auf eine ganze Seite mit Kinderbuchempfehlungen sowie Leseproben aktueller Titel aus den Verlagen Satyr, AviVa, KLAK und Osburg freuen. Denn irgendwie müssen wir »Kleenen« ja zusammenhalten, oder?

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