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Altenheime werden zu Corona-Hotspots

Berufsverbände beklagen gravierende Mängel an Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 2 Min.

Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bedrohen zunehmend Bewohner von Seniorenheimen. Zahlreiche Ansteckungs- und Todesfälle gab es vor allem in Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Niedersachsen.

Angesichts dessen haben Vertreter der Altenpflege am Mittwoch eine bessere Ausstattung der Heime mit Desinfektionsmitteln, Schutzmasken und Personal gefordert. Nur so sei ein »sicherer und normaler Betrieb möglich«, sagte Ursula Hönigs, Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbandes für Altenpflege. Michael Rapp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, warnte: »Wenn in Pflegeheimen eine rasante Verbreitung des Coronavirus wegen nicht vorhandener Schutzmasken und Desinfektionsmittel nicht verhindert werden kann, werden viele Patienten die eigentlich gut vorbereiteten Kliniken überlasten, und die Sterblichkeit wird sprunghaft ansteigen.«

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte, sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegekräfte bevorzugt auf das Virus zu testen, wenn sich Symptome zeigen. Bei positivem Ergebnis müsse konsequent isoliert werden. Alle Bewohner von Seniorenheimen zu isolieren sei inhuman, so Brysch.

Zuvor hatten NRW und Schleswig-Holstein Besuchsverbote für Altenheime verhängt. Um die Altenpflege sollte es am Mittwochnachmittag auch bei Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder gehen.

In NRW waren laut Gesundheitsministerium in 21 stationären Senioreneinrichtungen bis Dienstagabend 316 Bewohner mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert und mindestens 32 von ihnen verstorben. Zudem meldeten 107 Einrichtungen insgesamt 266 infizierte Mitarbeiterinnen, die deshalb als Arbeitskräfte ausfallen.

Die Zahl der Toten im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim aufrund der Pandemie stieg allein von Dienstag zu Mittwoch um vier auf 22. Das teilte die Diakonie, Betreiberin der Einrichtung für demenzkranke Senioren, mit. 56 der 140 Bewohner seien an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt; für Donnerstag würden weitere Testergebnisse erwartet. Die Serie von Todesfällen in der Einrichtung hatte am 23. März begonnen. Am 18. März war der Ehemann einer Mitarbeiterin positiv getestet worden, woraufhin die Frau in Quarantäne geschickt wurde.

In einem Seniorenheim im bayerischen Harburg sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Auch aus weiteren Pflegeeinrichtungen in Bayern wurden Todesfälle gemeldet. So starben in zwei Würzburger Seniorenheimen bisher 20 Bewohner an Covid-19. Mit Agenturen

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