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Erst Pool, dann Hometrainer, dann Laufband

Triathlonweltmeister Jan Frodeno kann gerade an keinem Rennen teilnehmen. Also plant er einen Ironman in den eigenen vier Wänden

  • Von Jens Marx, Girona
  • Lesedauer: 3 Min.

Das wird selbst für einen hochdekorierten Eisenmann wie Jan Frodeno eine besondere Herausforderung und ganz spezielle Erfahrung. Aber was bleibt ihm auch anderes übrig: Er darf in seiner spanischen Wahlheimat Girona das Haus praktisch nicht verlassen. Training im Freien ist unmöglich, und alle Rennen sind wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst abgesagt. Was also macht der dreimalige Weltmeister von Hawaii? Er will eine komplette Ironman-Distanz daheim absolvieren.

»Man sagt: «Bitte versucht das nicht zu Hause!» Ich sage aber: Ich will 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon laufen«, schrieb Frodeno am Mittwoch bei Facebook und Instagram. »Alles zwischen einem Sonnenauf- und -untergang.« Geplant ist das Event für den Samstag am Osterwochenende.

»Nein, das ist kein Aprilscherz«, versicherte der 38 Jahre alte gebürtige Kölner am Mittwoch noch einmal. Schwimmen wolle er im eigenen Pool, der über eine Gegenstromanlage verfügt. Er müsste also nicht alle paar Sekunden eine Wende einlegen. Nach dem Umziehen geht’s dann ab aufs Rad, das auf einem sogenannten Rollentrainer fixiert ist. Geplant ist dabei sogar, dass er ein virtuelles Rennen fährt, bei dem auch andere Athleten von daheim mitfahren können. Zum Schluss folgen noch die 42,2 Kilometer auf einem Laufband. Auch das hat Profiathlet Frodeno zu Hause.

Das Solo-Spektakel soll voraussichtlich für Fans im Internet zu verfolgen sein. Weitere Details dazu gab es vorerst noch nicht. Mögliche Einnahmen etwa durch Sponsoren will Frodeno spenden.

Ein harter Tag auch als Tribut für viele, für die fast jeder Tag in dieser Zeit so hart oder noch härter ist. »Es klingt außergewöhnlich«, sagte Frodeno: »Ein Ironman ist generell auch immer ein bisschen außergewöhnlich. Etwas ganz Besonderes ist aber, was die Menschen hier in Spanien, aber auch in Deutschland und weltweit vor allem im Gesundheitssystem derzeit leisten«, betonte Frodeno. Seine weitere Botschaft: Bleibt zu Hause, bleibt fit! Von einer Nachahmung ist bei einem derartigen Kraftakt in drei Teilen in den eigenen vier Wänden allerdings abzuraten.

Frodeno lebt mit seiner Familie in Girona bei Barcelona. Er ist somit auch von der Ausgangssperre durch die Corona-Pandemie in Spanien betroffen. Normale Ausfahrten auf dem Rad über mehrere Stunden oder Läufe im Freien sind verboten.

Wann genau die Triathlonsaison beginnen wird, ist offen. Frodeno hatte eigentlich in den USA mit einem Ironman starten wollen und auch seine Teilnahme am Kultrennen in Roth zugesichert. Alles abgesagt. »Es gibt gerade Wichtigeres als den Sport«, hatte er zu Beginn der Ausgangssperre in Spanien in einem Interview gesagt.

Sobald es aber wieder losgehen kann, will Jan Frodeno auch wieder angreifen. An ein Karriereende denkt der Superstar der Triathlonszene, der im August 39 Jahre alt wird, noch nicht. In einem Werbespot seines neuen Schuhausrüsters erklärte der Ausnahmeathlet: »Ich möchte noch drei Jahre an der Spitze sein.« Er ist noch immer der einzige Triathlet, der Olympiagold (2008 in Peking) und die Ironman-Weltmeisterschaft gewann. Auf Hawaii triumphierte er 2015, 2016 und 2019. Nun will er auch den »Ironman daheim« gewinnen. dpa/nd

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