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Errichtung des Nothospitals in der Messehalle läuft

500 Betten sollen möglichst mit Beatmungsgeräten ausgestattet werden, um Covid-19-Patienten helfen zu können

Für die Versorgung von mehr Coronavirus-Patienten hat Berlin mit dem Umbau einer Halle auf dem Messegelände begonnen. Entstehen solle ein Zwischenmodell zwischen Krankenhaus und Feldlazarett, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwoch bei einer Ortsbegehung mit Projektleiter Albrecht Broemme. Er ist der frühere Chef des Technischen Hilfswerks (THW). Gedacht sei es als Reservekrankenhaus, wenn andere Kliniken keine Patienten mehr aufnehmen könnten, ergänzte Kalayci. Das sei in der Pandemie ein weiterer Baustein für die Hauptstadt.

Broemme nannte noch kein festes Datum für die Eröffnung. »Es müsste im April sein«, sagte er. Ärztekammer-Präsident Günther Jonitz ergänzte, dass die Halle am Ende vielleicht gar nicht gebraucht werde. »Aber es ist wichtig, dass wir es machen.« Träger ist der landeseigene Klinikkonzern Vivantes.

Berlin will vorbereitet sein, wenn die Pandemie fortschreitet. Von den bislang fast 3000 nachgewiesenen Infektionen in der Hauptstadt beschäftigt bisher erst ein kleiner Teil die Krankenhäuser. Dort behandelt werden mit Stand Mittwochabend 479 Patienten, davon 104 auf Intensivstationen. Verbreitet sich das Virus aber zum Beispiel auch in mehr Alten- und Pflegeheimen, könnten diese Zahlen rasant ansteigen. Der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnt seit Wochen vor einer Überlastung der Intensivkapazitäten in Krankenhäusern. Bei einer großen Zahl von Infizierten innerhalb kurzer Zeit könnte selbst der eigentlich geringe Anteil schwer Erkrankter zu einer Belastungsprobe für das Gesundheitssystem werden.

In einem ersten Schritt entstehen in der Messehalle 500 Betten, kündigte Broemme an. Im Moment ist davon noch nicht viel zu sehen - die Halle ist weitgehend leer. Getrennt würden die Versorgungseinheiten mit Fertigbauwänden, auch ein neuer Fußboden werde verlegt, kündigte Broemme an. In rund zehn Tagen sehe die Halle innen aus wie eine Klinik. Jedes Bett soll demnach eine Sauerstoffversorgung bekommen. Für 100 Betten seien auch Beatmungsgeräte vorgesehen - falls diese geliefert werden könnten. Auch ein CT-Gerät samt Strahlenschutz werde es geben.

»So etwas kann man in einem Zelt nicht machen, wir brauchen eine feste Hülle«, ergänzte Broemme. »In Containern geht das auch nicht.« Zu beachten seien neben dem Baurecht für eine Zivilschutzeinrichtung auch Hygiene, Arbeits- und Gesundheitsschutz.

550 Ärzte hätten sich für den Einsatz in dem Zentrum gemeldet, sagte Jonitz. Darunter Berufsanfänger, Ruheständler, Ärztinnen in Elternzeit, Ärzte in Weiterbildung und auch viele niedergelassene Mediziner, die zeitweise einspringen wollten. Momentan werde mit einem Bedarf von 100 Ärzten für 500 Patienten im Schichtdienst gerechnet. Bei den zunächst rund 500 benötigten Pflegekräften werde die Suche möglicherweise schwieriger. Jonitz hofft auch hier auf Ruheständler.

Das Bauverfahren sei an einem Tag erledigt gewesen, sagte Broemme. Der Bau sei hochkomplex und Erfahrungen aus dem Rettungswesen hilfreich. Die kollegiale fachliche Zusammenarbeit mit Kliniken und der Verwaltung erleichtere vieles. »Man braucht Kreativität und Fantasie«, sagte Broemme. »Mit ein bisschen Glück und wenn man Leute kennt, kann das auch klappen.« dpa/nd

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