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Stadtbäume und Grünanlagen in Not

Umweltverwaltung appelliert an Bezirke und Stadtreinigung, für Bewässerung zu sorgen

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.

Den rund 2500 Grünanlagen und annähernd 430 000 Straßenbäumen in Berlin geht es schlecht. Es fehlt ihnen an Wasser, vor allem die neu angepflanzten Bäume leiden Mangel.

Mitten in der Baumblüte bremst anhaltende Trockenheit das Stadtgrün aus. Seit Monatsbeginn sind bestenfalls fünf Prozent des in einem durchschnittlichen April erwarteten Niederschlags gefallen. Und noch immer spürt die Stadt die Folgen der beiden zurückliegenden Dürrejahre. »Die Grundwasserreserven sind trotz des Regens im Winter noch nicht aufgefüllt«, warnte der Naturschutzbund (Nabu) zu Wochenbeginn.

Nachdem in den vergangenen Tagen Umweltverbände und Parteienvertreter Alarm geschlagen hatten, zwingt die Situation nun auch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die im Dezember den Klimanotstand für die Stadt ausgerufen hatte, zum Handeln.

In einem Schreiben hat die Umweltverwaltung alle Bezirksämter eindringlich dazu aufgefordert, trotz der Anforderungen im Rahmen der Coronakrise zusätzliche Mittel gezielt für die Bewässerung einzusetzen. Behördensprecher Jan Thomsen erinnerte auf Anfrage des »nd« in diesem Zusammenhang daran, dass es in den Haushaltsverhandlungen für 2020 und 2021 gelungen sei, zusätzlich insgesamt fast 50 Millionen Euro für mehr Pflege von Grünflächen und Bäumen sowie für Neupflanzungen bereitzustellen.

Von dieser Gesamtsumme sind in den Bezirken laut Thomsen 2020 Mittel in Höhe von 22 Millionen Euro zusätzlich zur regulären Pflege des Baumbestandes und der Grünflächen vorgesehen. Damit sei für die Bezirke die Grundlage geschaffen, auch mit den Herausforderungen der aktuellen Wetterlage umzugehen.

Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) erklärte dazu: »Diese umfangreichen finanziellen Mittel stehen jetzt zur Verfügung. Die Bezirke können und sollten sie nutzen, um ihre Ausstattung und die eigenen personellen Ressourcen zu stärken - oder auch um die Bewässerung an Fremdfirmen zu vergeben.« Eine Bewässerung in der aktuellen Trockenheitsperiode, dezentral organisiert durch die Bezirke, die den jeweiligen Bedarf am besten kennen, sei auf diese Weise gesichert. Zusätzlich könne auch die Berliner Stadtreinigung mit weiteren Bewässerungsleistungen beauftragt werden, so die Senatorin. Dazu besteht seit Juni 2019 eine Rahmenvereinbarung zur Notfallbewässerung für Bäume im Stadtgebiet.

Günther dankte privaten Initiativen und Naturschutzverbänden, die für eine zusätzliche Bewässerung werben. »Es ist wichtig für die Stadt, dass die private Initiative zu den Anstrengungen von Senat und Bezirken hinzukommt. Jede Gießkanne voll Wasser zählt.«

Mit Blick auf den Tag des Baumes am 25. April appellierte auch der Nabu an die Hauptstädter. »Wenn sich jede*r Berliner*in um einen Baum kümmern würde, könnten wir unseren Stadtbäumen durch den nächsten trockenen Sommer helfen«, versicherte er und forderte: »Ran an den Wasserhahn und Leben schenken!«

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