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Jemen

Biblische Proportionen

Im Jemen sind über 20 Millionen Menschen akut von Hungersnot bedroht.

Von Philip Malzahn

Die Vereinten Nationen bezeichnen die Situation im Jemen als derzeit größte humanitäre Katastrophe der Welt; die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council spricht von einer Hungersnot biblischen Ausmaßes. Doch was bedeutet das genau, und wie konnte es so weit kommen?

Jemen war schon immer ein armes Land in einer wasserarmen Region, doch der im Jahr 2014 aufgeflammte Krieg zwischen den schiitischen Huthis und der Regierung von Präsident Abbed Rabbo Mansur Hadi machte aus einer schwierigen Lage eine katastrophale. Heute liegt das 30-Millionen-Einwohner-Land im Index der menschlichen Entwicklung auf Platz 177 von 189.

Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen leidet die Hälfte der jemenitischen Bevölkerung an akuter Hungersnot; über 20 Millionen Jemeniten würden ohne internationale Hilfsprogramme vermutlich verhungern. Laut Unicef stirbt im Schnitt alle zehn Minuten ein jemenitisches Kind an den Folgen von Mangelernährung.

Die Feindschaft zwischen den beiden Kriegsparteien ist jedoch nicht alleine für die Hungersnot verantwortlich, denn diese wurde bewusst provoziert. 2015 intervenierte eine Militärkoalition in den Krieg, angeführt von Saudi-Arabien. Ihr Ziel: die Huthi zerschlagen. Ihre Methode: die Lebensmittelversorgung angreifen. So bombardierte man den Hafen von Al-Hudaiydah - einen der größten des Landes und unter Kontrolle der Huthis.

Zudem wurden gezielt Einnahme- und Nahrungsquellen angegriffen, so etwa Fischerboote, Lebensmittelfabriken und landwirtschaftliche Betriebe. Die Folgen waren nicht nur auf den Huthi-Gebieten zu spüren, sondern im ganzen Land. Doch auch die Rebellen verschlimmern die ohnehin katastrophale Lage. Es häufen sich Berichte über Lebensmittelkonfiszierungen, um die Ränge der Huthi zu versorgen. Bislang gibt es nur einen bestätigten Coronavirusfall in Jemen, jedoch haben seit September 2016 mehrere Cholerawellen Tausende Leben gekostet.

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