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Amazon-Kritiker

Personalie

  • Von John Malamatinas
  • Lesedauer: 2 Min.

»Ich kündige aus Bestürzung darüber, dass Amazon Whistleblo-wer entlassen hat, die über die Furcht von Lagermitarbeitern vor Covid-19 Lärm gemacht haben.« Mit diesen Worten teilte Tim Bray in seinem Blog mit, dass er als Vizepräsident von Amazon Web Services seinen Rücktritt zum 1. Mai erklärt habe. Der Schritt des angesehenen Ingenieurs fand breite Resonanz: »Thank you, Tim«, twitterte die gefeuerte Mitarbeiterin Emily Cunningham. Sie stand an der Spitze einer innerbetrieblichen Protestbewegung, die Amazon wiederholt heftig kritisierte und zu Streiks aufrief.

Tim Bray, Co-Entwickler der Programmiersprache XML, verbrachte mehr als fünf Jahre bei dem Unternehmen, nachdem er zuvor bei den Techriesen Google und Sun Microsystems gearbeitet hatte. In seinem Beitrag bezeichnet er die Tätigkeit bei Amazon als »den besten Job, den ich je hatte«, bevor er die Entlassung Cunninghams und weiterer Mitarbeiter zum Anlass nahm, einen Schlussstrich zu ziehen. Er kritisiert die Zustände in Amazon-Lagerhäusern weltweit, insbesondere in Bezug auf die Covid-19-Pandemie.

Angefangen hatte Bray bei AWS im Jahr 2014, um in seiner Heimatstadt Vancouver bleiben zu können, statt ins Silicon Valley pendeln zu müssen. Für diesen Geschäftsbereich findet der 64-Jährige Lob: »AWS behandelt seine Mitarbeiter menschlich, strebt nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben, kämpft darum, die Diversität zu fördern, und ist im Großen und Ganzen eine ethische Organisation.« Für die Fachkräfte dort wäre es auch einfach, anderswo einen vergleichbaren Job zu finden. Anders bei den Mitarbeitern in den Lagerhallen in den USA: »Am Ende des Tages dreht sich alles um die Machtverhältnisse. Die Lagerbeschäftigten sind schwach und werden immer schwächer, was mit Massenarbeitslosigkeit und arbeitsplatzgebundener Krankenversicherung einhergeht. Also werden sie wie Dreck behandelt, wegen Kapitalismus.« Seine Schlussfolgerung: Jegliche plausible Lösung müsse damit beginnen, die kollektive Stärke der Arbeiter zu erhöhen.

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