Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Politik
  • Flucht und Migration nach Europa

Moria in Düsseldorf

Vor dem NRW-Landtag wollen Aktivist*innen auf die fatale Lage in den Lagern für Geflüchtete aufmerksam machen

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

Im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos leben derzeit rund 20.000 Menschen. Ausgelegt ist das Camp nur für 3000 Menschen. Dementsprechend katastrophal sind die Lebensbedingungen in dem Camp. Obwohl es weitergehende Versprechen gab, hat Deutschland bis heute erst 47 Geflüchtete aus den Lagern in Griechenland aufgenommen.

Eine unhaltbare Situation, denken viele antirassistische Aktivist*innen. So auch ein paar Dutzend Menschen, die am Montag ein Zelt-Camp vor dem Düsseldorfer Landtag aufgebaut haben. Die gewählte Protestform soll dafür sorgen, dass Politiker*innen nicht länger wegschauen können: »Wenn ihr die Missstände ignoriert, setzen wir euch das Camp vor die Tür!« meint Laura, die in einem der Zelte auf der Landtagswiese sitzt. Sie und ihre Mitstreiter*innen wollen den Menschen eine Stimme geben, die in den Lagern an der Außengrenze der Europäischen Union im Elend leben müssen. Gut 40 Menschen sind es, die vor Zelten auf der Wiese vor dem Landtag sitzen. Ihre Zelte haben sie mit politischen Botschaften beschriftet. »Corona stoppen = Moria evakuieren!« heißt es oder »Rassismus ist das tödlichste Virus!«

Laura erklärt, was die Besetzung der Landtagswiese soll: »Während Menschen außerhalb der Lager eingeschärft wird, zu Hause zu bleiben und Abstand zu halten, werden Menschen innerhalb der Lager weiterhin dazu gezwungen, auf engstem Raum miteinander zu leben - ohne die Möglichkeit sich zu schützen, ohne die Möglichkeit die Hände zu waschen! Infektionsschutz ist da schlicht unmöglich. Die Menschen werden sich selbst überlassen, unter Bedingungen, die davon ausgehen lassen, dass die Politik der EU sie sterben lassen will.«

Doch es geht den Aktivist*innen nicht nur um die aktuelle Situation an den europäischen Außengrenzen. Ebenso prangern sie die Kolonialgeschichte Europas an und kritisieren, dass kolonialistisches Denken und die wirtschaftliche Nutzbarmachung von Menschen noch heute die Politik Europas präge.

Die Polizei in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen reagierte nach Beginn der Aktion gelassen und sicherte den Aktivist*innen zu, erst einmal bleiben zu können, solange sie die geltenden Abstandsregeln einhalten.

Nachdem die Polizei am Nachmittag aber angekündigt hatte, die Personalien von allen Teilnehmern der nicht angemeldeten Kundgebung aufzunehmen und eine Hundertschaft am Landtag zusammengezogen wurde, löste sich der antirassistische Protest auf. Die Teilnehmer*innen verließen das Gelände am Landtag zügig.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln