Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung
  • Berlin
  • Flughafengesellschaft

Berliner Flughäfen skizzieren Weg aus der Krise

Schließung von Tegel wird wahrscheinlicher / Hoher Finanzbedarf angesichts coronabedingter Einnahmeausfälle

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 3 Min.
Flughafengesellschaft: Berliner Flughäfen skizzieren Weg aus der Krise

Berlin. Die Berliner Flughäfen sind nicht insolvenzgefährdet, und bereiten planmäßig die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafen BER im Herbst vor. Die Flughafengesellschaft verfügt dazu über einen vernünftigen Businessplan, auf dessen Grundlage sie auch die komplizierte aktuelle Situation der Luftfahrtbranche wird. Das war eine der wichtigsten Botschaften, mit denen Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag nach der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) vor die Presse trat.

Vor dem Hintergrund des infolge der weltweiten Corona-Pandemie weitgehend zusammengebrochenen Luftverkehrs hatten Aufsichtsrat und Geschäftsführung unter anderem die Finanzlage der von den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Bundesregierung als Gesellschafter getragenen FBB erörtert.

Wie Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider informierte, habe das Gremium den aus diesem Anlass von Lütke Daldrup vorgestellten Geschäftsbericht für 2019 nach eingehender Beratung beschlossen. Zudem habe der Aufsichtsrat den Gesellschaftern geraten, dem vorgelegten Jahresabschluss der Geschäftsführung ebenfalls zuzustimmen.
Laut Bretschneider hätten die damit beauftragten Wirtschaftsprüfer bestätigt, dass die FBB einen ordnungsgemäßen Jahresabschluss nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften vorgelegt hat.

Dazu erklärte Flughafenchef Lütke Daldrup: »Wir haben einen ordnungsgemäßen Bestätigungsvermerk bekommen.« Demnach habe die Gesellschaft 2019 als operatives Ergebnis ein Plus von 108,4 Millionen Euro erzielt. »Das heißt, wir haben im Jahr 2019 Geld verdient.« Aufgrund der BER-Baustelle und der »Altverbindlichkeiten« weise das Konzernergebnis ein Minus von 96 Millionen Euro für 2019 aus – das sind rund 19 Millionen Euro mehr als 2018. »Das ist ein Ergebnis, das wir auch dann erst ändern können, wenn der neue Flughafen BER in Betrieb geht. weil wir auch erst dann mehr Geld verdienen«, so der Geschäftsführer. Den Finanzbedarf zur Unterstüzung der Betreibergesellschaft für die kommenden vier Jahre bezifferte er mit rund 800 Millionen Euro.

Engelbert Lütke Daldrup bestätigte erneut, dass die FBB, um in der Coronakrise Kosten zu sparen, weiterhin beabsichtige, den Flughafen Tegel zum 2. Juni 2020 temporär zu schließen. Zwar sei eine sehr leichte Belebung des Flugverkehrs zu bemerken, so dass am Standort Berlin nun rund zwei Prozent des sonst üblichen Verkehrsaufkommens registriert werde. Dies rechtfertige aber einen Weiterbetrieb von zwei Flughäfen am Standort derzeit nicht. Noch hätten sich aber die Gesellschafter nicht endgültig erklärt, und auch eine Entscheidung der oberen Luftfahrtbehörde stehe noch aus. Erst dann werde man final beschließen.

Ebenfalls am Freitag einigten sich Aufsichtsrat und Geschäftsführung der FBB über eine wichtige Personalie. Neue Finanzgeschäftsführerin wird demnach Aletta von Massenbach. Der Aufsichtsrat berief die bisherige Managerin der Frankfurter Flughafengesellschaft (Fraport) zum 1. September 2020 in die dann wieder komplette Geschäftsführung. Von Massenbach für die Fraport bisher im internationalen Geschäft aktiv, folgt auf Heike Fölster, die nach sechs Jahren ihren Vertrag vorzeitig aufgelöst hatte und zum Jahreswechsel zur Deutschen Bahn gewechselt war.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln