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CDU kündigt Guerilla-Aktionen an

Berliner Landesverband der Christdemokraten stellt neue PR-Vorwahl-Kampagne vor und feiert sich selbst als »frech«, »mutig« und »provokant«

Berlins CDU-Vorsitzender Kai Wegner und sein Generalsekretär Stefan Evers sind um große Worte nicht verlegen, als sie am Montag ihre neue »Vorwahl-Kampagne« präsentieren. Die Rede ist vom »neuen Selbstvertrauen der Berliner CDU«, vom »radikalen Neustart«, von der »beeindruckenden Bilanz«, die man im letzten Jahr aufzuweisen habe.

Unter dem Hashtag aufgehtsberlin will die CDU in den nächsten Monaten mit »einer neuen Form der Kommunikation« im Internet und »an den Häuserwänden« für sich werben, erklären Wegner und Evers auf der Spreeterrasse des Kreuzberger Clubs Fluxbau. Der Generalsekretär verspricht gar öffentlichkeitswirksame »Guerilla-Aktionen«. Details wollte Evers gleichwohl nicht verraten. Nur so viel: »Es wird frech sein, es wird mutig, es wird provokant.«

Und ja, auch der Ort, um die Kampagne vorzustellen, sei ganz in diesem Sinne gewählt. Dass man sich am Montag mitten in Kreuzberg versammelt habe, sei »nicht nur eine Aussage, sondern eine Ansage«, so Evers. Was auch immer das heißen soll, aber zur Erinnerung: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 landete die CDU in Friedrichshain-Kreuzberg bei mickrigen sieben bis neun Prozent. Berlinweit waren es knapp über 17 Prozent.

Seither müht sich die Partei in der Opposition. Gleich zwei Mal räumt Wegner dabei am Montag mit Blick auf die letzten Jahre ein, »dass wir mit unseren Botschaften nicht so durchgedrungen sind«. Die neue Kampagne soll es nun richten.

Entwickelt wurde sie von der Agentur Heymann Brandt, deren bekannteste Werbeaktion wohl die für die Berliner Stadtreinigung war (»We kehr for you«). Aktuell fährt sie im Auftrag einer wirtschaftsnahen Initiative eine Kampagne gegen den Mietendeckel von Rot-Rot-Grün und Berlins vermeintlichen Weg »zurück in den Sozialismus«. Mit aufgehtsberlin haut die Agentur jetzt in eine ähnliche Kerbe. Das bei der Präsentation mehrfach eingeblendete Motiv »Bauaktivität in 2019«, etwa kombiniert Wohnungsbau und Drogenkonsum: »Wohnungen 17 000. Joints 3 800 000.« Für diejenigen, die den, so Evers, »Humor« nicht verstanden haben, erläutert Wegner vorsichtshalber noch einmal: »Wir wollen, dass Wohnungen gebaut werden und nicht so viele Joints.«

Wenig überraschend geht es bei der Kampagne im Kern darum, die Politik des Senats anzuprangern, der - wiederum Stichwort Wohnungsbau - »alles falsch gemacht« habe. Und natürlich läuft sich die Hauptstadt-CDU mit der Kampagne schon mal für den Abgeordnetenhauswahlkampf 2021 warm, bei der man, so Wegner, »stärkste Kraft« werden wolle.

Tatsächlich liegt die Partei nach einer jüngst veröffentlichten Meinungsumfrage aktuell mit 23 Prozent auf dem ersten Rang, gefolgt von Grünen (21 Prozent), SPD (20 Prozent) und Linke (14 Prozent). Allerdings führen Beobachter das Umfragehoch weniger auf den Auftritt der Landespartei als auf die Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Coronakrise, also den Bundestrend zurück.

Wegner und Evers jedenfalls geben sich am Montag optimistisch, dass ihre Partei auf der Überholspur ist. »Wir erfinden uns gerade neu«, sagt Wegner. Und Evers sekundiert, dass man in der CDU bereit sei »zum totalen Bruch mit allem, was bisher da war«.

Als der Bundestagsabgeordnete Wegner vor genau einem Jahr zum Landesvorsitzenden der CDU gewählt wurde, hatte er jedoch auch schon erklärt: »Rot-Rot-Grün soll sich warm anziehen.« Kurz danach war die Berliner CDU in Umfragen zunächst einmal auf 15 Prozent abgesackt.

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