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Basketballprofis dürfen ihren Meister ausspielen

Nun hat auch die zweite Bundesliga die Erlaubnis zu spielen. Das Hygienekonzept der BBL samt Quarantäneturnier geht allerdings um einiges weiter als das der Fußballer

  • Von Florian Lütticke, Lars Reinefeld und Marco Hadem, München
  • Lesedauer: 3 Min.
Das BBL-Finalturnier steigt in München. Ob Lokalmatador Greg Monroe (l.) dabei sein wird, ist unklar. Er weilt weiterhin in den USA.
Das BBL-Finalturnier steigt in München. Ob Lokalmatador Greg Monroe (l.) dabei sein wird, ist unklar. Er weilt weiterhin in den USA.

Die Basketball-Bundesliga darf ihr heikles Meisterexperiment wagen und mit einem Quarantäneturnier ihre Saison fortsetzen. Als einziger großer deutscher Teamsport neben dem Profifußball nimmt die BBL trotz der Coronakrise den Spielbetrieb wieder auf und erhielt die politische Erlaubnis für eine Endrunde mit zehn Teams im Juni in München.

Die bayerische Staatsregierung stimmte am Dienstag in einer Sitzung des Kabinetts dem sehr strengen Hygiene- und Sicherheitskonzept der Liga zu. »Dieser Schritt ist für die Liga sehr wichtig«, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. »Wir werten das als Vertrauensvorschuss an uns, den wir zurückzahlen werden mit der Einhaltung der Regeln, die wir uns auferlegt haben und einer entsprechenden Disziplin.«

Die Maßnahmen gehen noch über die der Deutschen Fußball Liga hinaus, der am vergangenen Wochenende der Re-Start vorerst geglückt war. Im Unterschied zum Fußball werden alle zehn Mannschaften während des gesamten restlichen Saisonverlaufs in einem Hotel in Quarantäne zusammengezogen. Damit soll verhindert werden, dass Spieler und Verantwortliche mit anderen Personen - selbst ihren Angehörigen - in Kontakt kommen und die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus steigt.

»Ein sehr überzeugendes Hygienekonzept, weil es praktisch unmöglich ist, dass einer nach außen geht oder von außen was eingetragen wird«, lobte Florian Herrmann (CSU), Leiter von Bayerns Staatskanzlei. »Es werden nicht wie bei der Fußball-Bundesliga die ganzen Mannschaften durchs Land fahren, sondern es wird quasi in Quarantäne stattfinden.«

An dem Turnier in München, das am erste Juniwochenende beginnen soll, nehmen neben Ausrichter und Titelverteidiger FC Bayern noch Ludwigsburg, Crailsheim, Berlin, Oldenburg, Vechta, Bamberg, Göttingen, Ulm und Frankfurt teil. Einer Vorrunde mit zwei Fünfer-Gruppen schließen sich Playoffs mit Viertel- und Halbfinale sowie dem Finale an. Die K.o.-Runde wird jeweils mit Hin- und Rückspiel ausgetragen, die Ergebnisse werden addiert.

Die BBL hatte die Spielzeit wegen der Pandemie Mitte März unterbrochen, nur zehn von 17 Teams entschieden sich später dafür, am Abschlussturnier teilzunehmen. Die bisherigen Resultate der Hauptrunde wurden gestrichen, allerdings sind sieben der acht Teams weiter dabei, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung auf einem Playoffplatz standen. Nur Würzburg (8.) wird fehlen.

Die anderen Topligen im Handball, Eishockey und Volleyball hatten ihre Saison vorzeitig beendet. »Ich freue mich sehr für den Basketball, weil es damit wieder ein weiteres Anzeichen von Normalität gibt«, sagte nun Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbunds.

Bevor das Turnier der Basketballer beginnt, werden die zehn Teams an ihren Heimstandorten eine rund dreiwöchige Vorbereitung absolvieren. Für die Rückkehr ins Mannschaftstraining benötigen sie die Zustimmung ihrer Gesundheitsämter, die »noch nicht überall vollumfänglich« vorliege, sagte BBL-Chef Holz. »Wir sind aber zuversichtlich, dass das Grüne Licht für das Turnier und das starke Statement zu unserem Konzept hilft, auch vor Ort die Genehmigungen zu erhalten.« Während dieser Phase dürfen Profis und Trainer noch Kontakt zu ihren Familien haben, werden aber oft getestet.

Einige Spieler hatten sich zuletzt kritisch über das Vorgehen von Liga und Klubs geäußert. Münchens Danilo Barthel erklärte, er hätte sich gewünscht, dass man die Profis mehr in die Entscheidungsfindung einbezogen hätte. dpa/nd

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