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»Dramatische Lage«: Blutkonserven in Ostdeutschland werden knapp

DRK: Keine mangelnde Spendenbereitschaft, dafür Bedarf angestiegen

  • Lesedauer: 2 Min.
Zahlreiche Blutspender stehen mit Sicherheitsabstand vor einem Blutspende-Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes am berliner Alexanderplatz.
Zahlreiche Blutspender stehen mit Sicherheitsabstand vor einem Blutspende-Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes am berliner Alexanderplatz.

Leipzig. In den östlichen Bundesländern gehen den Blutspendediensten die Blutkonserven aus. In Berlin, Brandenburg und Sachsen decken die zur Verfügung stehenden, gekühlten und getesteten Reserven mancherorts nicht einmal mehr den Bedarf eines durchschnittlichen Tages, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Mittwoch mitteilte. Thüringen und Sachsen-Anhalt hätten Vorräte für rund zwei Tage, Mecklenburg-Vorpommern immerhin für drei.

Die Knappheit liegt nach DRK-Angaben nicht an mangelnder Spendenbereitschaft. Vielmehr sei der Bedarf an Blutkonserven in Krankenhäusern deutlich angestiegen, gleichzeitig seien viele Orte zur Blutspende coronabedingt weggefallen oder nur eingeschränkt nutzbar. Das Deutsche Rote Kreuz deckt über zwei Drittel des Bedarfs an Blutkonserven in Deutschland ab. Deutschlandweit ruft das DRK zu Blutspenden auf und wird auch vereinzelt an Samstagen und Feiertagen Termine anbieten.

»Die Lage ist dramatisch. Es gibt eine minimale Versorgungssicherheit«, sagte Kerstin Schweiger vom DRK-Nordost. Sie rief alle gesunden Menschen dazu auf, die kommenden Blutspendetermine wahrzunehmen. »Vor allem für schwerkranke Menschen zählt nun jeder Tropfen Blut«, betonte Schweiger. Nach ihren Angaben werden etwa 20 Prozent der Blutkonserven alleine für Krebspatienten benötigt. Um jedoch unnötige Wartezeiten zu vermeiden, sollte ein Spendetermin online reserviert werden.

Das Hauptproblem sei derzeit, geeignete Räume für die Blutspende zu finden, erläuterte Silke Hufen vom DRK-Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern. »In der Hochzeit der Einschränkungen standen uns Schulen und Gemeindezentren zur Verfügung und wir konnten leicht die Abstandsregeln einhalten.« Mit den zunehmenden Lockerungen seien diese Räume nicht mehr nutzbar. Ohnehin sei das Spendeaufkommen zu Beginn der Corona-Krise etwa 20 Prozent höher gewesen als normal.

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Situation kritisch. »Wir können die Krankenhäuser nicht mehr so beliefern, wie sie bestellen«, sagte Nico Feldmann, beim DRK-Blutspendedienst für Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig. In normalen Zeiten seien bis zu 15.000 Konserven vorrätig, aktuell lediglich 5000.

Trotz des aktuellen Mangels befänden sich die Kliniken laut DRK nicht in einer dramatischen Notsituation - niemand müsse Angst haben, dass überlebensnotwenige Maßnahmen ausblieben. Allerdings müssten schon jetzt nicht dringende Operationen zum Teil abgesagt oder verschoben werden, um akut Blut zu sparen. Bei unvorhergesehenen Notfällen spitze sich die Lage dann zwar zu, doch auch dann könnten sich die Bundesländer gegenseitig aushelfen, hieß es. dpa/nd

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