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  • Sport
  • Coronakrise im Fußball

Die Drittligisten müssen spielen

Auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes setzt sich der Verband mit seiner Politik durch

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

»Kurze Werbung. Gleich geht’s weiter.« So wurde am Montag jeder begrüßt, der dem erstmals virtuell ausgetragenen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) per Livestream folgen wollte. Nach 30 Sekunden blickte man dann auf das mit dem Präsidialausschuss besetzte Podium. Knapp zweieinhalb Stunden später stellte Rainer Koch erleichtert fest: »Vom DFB-Bundestag wurde somit beschlossen, dass der Spielbetrieb in der 3. Liga fortgeführt wird.« Der erste Vizepräsident des Verbandes bedankte sich für das »klare Ergebnis«. Von 250 abgegebenen Stimmen wurden 222 für die Fortführung der Saison gezählt: 94,87 Prozent.

In der Folge ging es schnell, viele abstimmungspflichtige Anträge wurden zusammengelegt und in einem Vorgang abgearbeitet. Die dem DFB wichtigste Entscheidung war ja auch gefallen. Friedrich Curtius, Generalsekretär des Verbandes, hatte vor Beginn des Außerordentlichen Bundestages die Bedeutung wie folgt erläutert: »Wir wollen Rechtsstreitigkeiten vermeiden, die mit einem Saisonabbruch zwingend verbunden wären.« Dem Verband geht es dabei vor allem um Verträge mit Medienpartnern und Sponsoren, auf deren finanzielle Erlöse er nicht verzichten will.

Rechtliche Schritte werden der Entscheidung wohl dennoch folgen. Daran glaubt auch Rainer Koch: »Seit Tagen erreichen den DFB Anwaltsschreiben von Vereinen.« Fortsetzung oder Abbruch der Saison - je nach Meinung und möglichem Ausgang werde mit Konsequenzen gedroht. Immerhin hatten sich acht der 20 Drittligisten offen und mehrfach in den vergangenen Wochen für ein vorzeitiges Ende eingesetzt. Noch vor der Abstimmung war sich Koch sicher, dass nach der Verkündung des Ergebnisses einige Vereine sofort »ihre Anwälte auf den Weg zu den Gerichten schicken«.

Die Entscheidung pro Saisonfortsetzung war so zu erwarten. Denn auf einem Bundestag stimmen Delegierte der Landes- und Regionalverbände ab. Hinzu kommen der Ligaverband mit 74 und der DFB-Vorstand mit 47 Stimmen von insgesamt 262. Die Mehrheitsverhältnisse waren klar. So hat der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV), aus dessen Reihen sechs der acht Vereine kommen, die sich für einen Abbruch der Spielzeit einsetzen, gerade mal 22 Stimmen.

Wie es sich für einen Bundestag gehört, wurde auch ordentlich Politik gemacht. In den ersten anderthalb Stunden machten auf vom Podium Generalsekretär Curtius, Verbandspräsident Fritz Keller, die Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge Werbung in eigener Sache - also für den DFB und dessen Anliegen. Nach einem Schachzug von Koch wurde nicht mal über den Antrag der Fußballverbände aus Sachsen und Sachsen-Anhalt abgestimmt, die einen Saisonabbruch wollen. »Am Ende entscheidet der Sitzungsleiter über die Rangfolge der Anträge«, sagte Koch. Und so wurde Antrag 3, gestellt vom Ausschuss 3. Liga, vorgezogen, der sich für eine Fortsetzung der Saison einsetzte. Weil dieser mit 94,87 Prozent der Stimmen angenommen wurde, entfiel die andere Abstimmung.

Ob der 28. Spieltag der 3. Liga am kommenden Wochenende wirklich angepfiffen wird, ist aber auch nach dem DFB-Bundestag noch nicht sicher. Die Gegner einer Saisonfortsetzung werden, wie vom Verband erwartet, sicherlich noch auf den Beschluss reagieren. Am Montag meldete sich schon der 1. FC Magdeburg. Die Abstimmung respektiere der Klub. Manager Mario Kallnik forderte aber einerseits, dass »jeder Verein seine Heimspiele im eigenen Stadion austragen kann«. In Thüringen ist das noch nicht möglich. Anderseits fordert er »im Sinne gleicher Wettbewerbsvoraussetzungen« eine zweiwöchige Vorbereitungszeit im Mannschaftstraining. Das geht auch in Sachsen-Anhalt noch nicht.

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