Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Migrationsbeauftragte fürchtet Nachteile für Flüchtlinge durch Corona

Wenn die wirtschaftliche Situation jetzt angespannt ist, sind Geflüchete die ersten, die ihre Arbeit verlieren.

  • Lesedauer: 2 Min.

Erfurt. Die Coronakrise wird nach Einschätzung von Thüringens Migrationsbeauftragter Mirjam Kruppa auch für Flüchtlinge weitreichende Folgen haben. Einerseits sei für deren Integration ein Arbeitsplatz entscheidend, sagte Kruppa der Deutschen Presse-Agentur. »Wenn die wirtschaftliche Situation jetzt angespannt ist, sind das aber andererseits die ersten, die ihre Arbeit verlieren.« Kruppa seien nach eigenen Angaben erste Fälle bekannt, in denen Geflüchteten - etwa Reinigungskräften in Hotels - gekündigt worden sei.

Arbeitslosigkeit bedeute Kruppa zufolge für Geflüchtete nicht nur, dass diese ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bestreiten könnten. Der Kontakt zu den in der Regel deutschen Kollegen ginge zudem verloren. Bei manchen sei die Frage, ob sie schon möglichst lange und durchgängig Arbeit haben, an die Frage geknüpft, ob sie überhaupt in Deutschland bleiben dürfen.

Dass Menschen auf dem Arbeitsmarkt angekommen seien, sei auch für Entscheidungen der sogenannten Härtefallkommission wichtig, sagte Kruppa. Das Gremium des Freistaats kann nach Angaben des Migrationsministeriums Flüchtlingen und anderen Ausländern, die nach Behördenentscheidung ausreisen müssten, eine Aufenthaltserlaubnis erteilen - soweit dringende humanitäre oder persönliche Gründe dafür sprechen. Die Härtefallkommission ist beim Thüringer Migrationsministerium angesiedelt.

Auch, um eine sogenannte Beschäftigungsduldung zu erhalten, müssten Flüchtlinge für eine lange Zeit ununterbrochen einen Job gehabt haben, so die Migrationsbeauftragte. »Corona schlägt so gesehen direkt auf Geflüchtete durch«, sagte Kruppa.

Infolge der Coronakrise sind in vielen Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden, befristete Arbeitsverträge wurden nicht verlängert. Besonders hart hat es unter anderem das Hotel- und Gaststättengewerbe getroffen. Nach Angaben des Geschäftsführers des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen, Dirk Ellinger, können viele Betriebe derzeit nicht einmal geringe Umsätze erzielen. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln