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Pomadig, müde - und doch zu gut

Der FC Bayern quält sich im Pokalhalbfinale zu einem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt. Im Endspiel wartet Leverkusen

  • Von Klaus Bergmann, München
  • Lesedauer: 3 Min.

Thomas Müller moserte, als wenn er sein achtes DFB-Pokalfinale mit dem FC Bayern seit 2010 gerade krachend verpasst hätte. »Es war eines der pomadigsten Halbfinals, die ich so in Erinnerung habe«, grantelte der Münchner nach dem wackligen 2:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt, mit dem der 19-malige Rekordgewinner in sein 24. Endspiel eingezogen war.

Für den stolzen und zugleich enttäuschten Frankfurter Trainer Adi Hütter erwiesen sich die Münchner zumindest in der zweiten Spielhälfte als »schlagbar«, was auch Bayer Leverkusen anspornen dürfte für den Kampf um den »Pott« am 4. Juli im Berliner Olympiastadion.

Müllers schier unendliche Mängelliste drohte am späten Mittwochabend beinahe die Sendezeit der ARD zu sprengen. »Wir waren pomadig, müde, geschlaucht von den letzten Wochen. Das hat sich leider in der zweiten Halbzeit verschlimmert. Wir waren unsauber in unserem Spiel, wie wir es von uns nicht gewohnt sind. Auch unser Pressing konnte über weite Strecken nicht so genannt werden. Ich bin alles andere als zufrieden«, kritisierte der 30-Jährige. Immerhin habe man nach dem 1:1 von Frankfurts Danny da Costa in der 69. Minute »noch mal das Extragas rausgeholt«, um sich mit dem 45. Pflichtspieltor der Saison von Robert Lewandowski (74.) ins Ziel zu retten.

»Wir waren einer Sensation sehr nahe«, meinte Hütter. Sein Münchner Trainerkollege Hansi Flick kann hingegen die märchenhafte Aussicht auf eine Blitzkrönung zum Double-Sieger nur sieben Monate nach seiner Beförderung vom Assistenten zum Chefcoach genießen. »Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenlob aussprechen, weil sie in diesem Jahr Hervorragendes leistet. Wir haben einen Riesenlauf, da kann man auch die zweite Halbzeit einfach mal hinnehmen«, sagte er milde. Von den letzten 21 Pflichtspielen haben die Münchner 20 gewonnen, dazu kam ein 0:0 gegen RB Leipzig.

Müllers massive Selbstkritik dokumentierte im Grunde nur, welch hohes Anspruchsniveau die Münchner an sich stellen. Flick imponierte, wie sein Team sich nach dem Chancenwucher der ersten Hälfte aufrappelte, als überforderte Frankfurter mindestens mit 0:3 hätten zurückliegen müssen. »Mir war wichtig, dass wir uns nach dem 1:1 dagegengestemmt und noch mal ein Tor oben drauflegt haben«, kommentierte Flick den Siegeswillen seiner Mannschaft.

Danach richtete er den Blick auf den Saisonendspurt. Das Triple-Wort fiel am Mittwochabend noch nicht, aber die 30. Meisterschaft und der 20. DFB-Pokalsieg und damit das 13. Double der Vereinshistorie sind ins Pflichtenheft eingetragen. Im Idealfall könnte schon gegen Mönchengladbach der achte Ligatitel am Stück fix gemacht werden. Flicks Rechnung aber anders: »Wir brauchen noch zwei Siege, die wollen wir so schnell wie möglich einfahren.« Am Titel zweifelt aber auch er nicht mehr.

Danach steht noch ein Pokalendspiel an, das laut dem Münchner Trainer selbst im ungeliebten Geisterformat zu einem Festabend werden könnte. »Bayer ist eine Mannschaft, die einen sehr schönen Fußball spielt. Von daher kann sich der neutrale Zuschauer sicher auf ein schönes Spiel freuen«, meinte Flick. dpa/nd

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