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Die Armen trifft es schlimmer

MEINE SICHT

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Corona: Die Armen trifft es schlimmer

Täglich informiert die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung über die aktuellen Corona-Zahlen. Wie viele bestätigte Fälle es bisher in der Hauptstadt gegeben hat (7368 - Stand Montagabend), wird da mitgeteilt, wie viele Patienten im Krankenhaus liegen (136) und wie viele von ihnen auf der Intensivstation (43) sowie auch, wie viele gestorben sind (208). Es gibt auch statistische Angaben zum Geschlecht der mit dem Coronavirus Infizierten und zum Alter der Todesopfer. Nicht erfasst ist dabei die soziale Lage der Betroffenen. Dabei wäre dies interessant.

Grundsätzlich wissen wir, dass arme Menschen einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Dies scheint sich nun bei einem Corona-Ausbruch in einer Neuköllner Mietskaserne auch anhand der neuartigen Krankheit Covid-19 zu bestätigen.

Bis es die ersten Impfungen gab, war es immer so, dass die verschiedenen Seuchen jeden treffen konnten, dass sie aber in der Regel dort am schlimmsten grassierten, wo Menschen in Elendsquartieren leben müssen - oder an die modernen Lebensbedingungen in Berlin angepasst und damit präziser formuliert - in beengten Verhältnissen.

Als wäre dies nicht schlimm genug, trifft die Opfer leider immer wieder und immer noch der Argwohn der Begüterten, die Armen seien selbst Schuld daran, dass sie »im Schmutz leben« und sich anstecken. Dies dann noch mit rassistischen Vorurteilen zu kombinieren, ist eine bewährte Methode, um von den eigentlichen Ursachen, von der sozialen Schieflage abzulenken.

Mit Aufklärung darüber lässt sich die Hetze allenfalls eindämmen. Es ist nicht verkehrt, dies zu versuchen. Das Übel ist damit allerdings nicht an der Wurzel gepackt. Dafür müssten schon grundlegend die sozialen, die gesellschaftlichen Verhältnisse geändert werden. Den Betroffenen bleibt zu wünschen: Rămâneti sănătosi! Das ist Rumänisch und heißt: »Bleiben Sie gesund!«

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Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

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