Werbung

Es reicht aus, Schwarz zu sein

Ulrike Wagener begrüßt eine UN-Untersuchungskommission zu Rassismus

  • Von Ulrike Wagener
  • Lesedauer: 1 Min.

Das altbekannte globale Machtgefüge kommt ins Wanken. Bisher war noch nie ein westlicher Staat Gegenstand einer UN-Untersuchungskommission. Doch das könnte sich bald ändern. Die Gruppe afrikanischer Länder im Menschenrechtsrat fordert, systemimmanenten Rassismus in den USA und anderen Teilen der Welt in einer unabhängigen Kommission zu untersuchen. Unabhängig von der Umsetzung ist allein das ein symbolischer Akt.

Will ein US-Diplomat derartige Recherchen nun Staaten vorbehalten wissen, »welche die Wahrheit verbergen« und Regierungskritiker gewaltsam zum Schweigen bringen, muss man sagen: In den USA muss man kein Regierungskritiker sein, um »gewaltsam zum Schweigen« gebracht zu werden. Es reicht aus, Schwarz zu sein. Wobei Schwarz als politische Kategorie groß geschrieben ist. Das zeigten zuletzt die Tötungen von Breonna Taylor, George Floyd und Rayshard Brooks. Das zeigt auch das kaputte Gefängnissystem, in dem überdurchschnittlich viele Schwarze inhaftiert sind - und so teils ihr Bürgerrecht zu wählen verlieren.

Für eine Untersuchung des Menschenrechtsrats braucht es nicht die Erlaubnis des betroffenen Landes. Der Entwurf richtet sich somit auch direkt gegen den Überlegenheitsgestus der westlichen Länder - die im Menschenrechtsrat in der Minderheit sind.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln