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Man ist gelangweilt

Karlen Vesper verteidigt Menschenfreund Marx, auch wenn er es nicht nötig hat

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: 1 Min.
Karl Marx: Man ist gelangweilt

Zur Zeit von Bismarcks (Anti-)Sozialistengesetz oder in jenen Jahren, als in Schulen das Hakenkreuz hing, hätte Pennäler Wolfram Weimer Lob geerntet. Für die »Fleißarbeit«, aus Werken und Briefen von Marx ihn inkriminierende, diskriminierende, kriminalisierende Formulierungen zu picken. Der Ex-Chefredakteur konservativer Blätter nennt auf n-tv den Philosophen aus Trier »einen der übelsten Rassisten«, um sodann zum Sturz von Marx-Denkmälern zu blasen. Er wird weder die MEW noch die MEGA studiert haben, sondern sich deren Digitalisierung und flinker Suchmaschine bedient haben. Oder er schrieb bei anderen Marx-Hassern ab. Ahistorische, alogische Flickschusterei, böswillig wie einfältig aus Kontexten gerissene Sätze. Man ist gelangweilt.

Wie oft schon wurde Marx’ens »Zur Judenfrage« als Beleg für dessen Antisemitismus zitiert. Selbsthass eines Juden? Oder zeitgenössische Sozialkritik? Gewiss, das N-Wort zitierende Polemiken gegen Mitstreiter Lassalle oder gar Schwiegersohn Lafargue waren nicht fein. Ist aber auch nicht neu: Wer dem Dickschädel widersprach, erntete heftigste Widerworte, die Political Correctness nicht antizipierten. Indes, allein Marx’ens mit den kolonial unterjochten Indern solidarisierende Artikel in der »New-York Daily Tribune« zerfetzen die Anwürfe. Und: Wünscht sich ein Rassist eine »Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist«?

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