Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Bundeswehr

KSK in Quarantäne

Daniel Lücking über die neuesten Meldungen zu MAD und KSK

Von Daniel Lücking

In den letzten Tagen und Wochen überschlagen sich die Meldungen zum Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr. Keine Woche ohne einen weiteren Vorfall. Immer wieder geht es um Rechtsextremismus, zuletzt wurde sogar ein Islamist enttarnt. Vorfall um Vorfall die Frage: Was ging da bei der Auswahl schief, was in der Truppe und wie bekommt die Bundeswehr das in den Griff. Jetzt eine Meldung, dass auch der Militärische Abschirmdienst MAD, der Extremisten eigentlich enttarnen soll, mit drin hängt. Und auch das ist nicht das erste Mal, dass der MAD einen Rechtsextremisten warnt.

Was also tun? Die Bandbreite reicht von der Hoffnung, dass die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Taskforce das Problem bis Anfang Juli untersucht haben und eine Lösung in Aussicht stellen wird bis hin zur Forderung nach der kompletten Abschaffung dieses Teils der Truppe.

Doch wohin mit den KSK-Soldaten? Wer nicht eindeutig seiner extremistischen Tendenzen überführt werden kann, würde als Soldat in andere Truppenteile gehen. Das Beamtenverhältnis der Berufssoldaten besteht ebenso fort, wie die Langzeitverträge. Das Problem wäre nicht vom Tisch, sondern könnte sich in anderen Teilen der Truppe ausbreiten. Tarnen und täuschen – niemand ist darin besser trainiert als die Elitetruppe.

Eine Lösung bietet vielleicht die Corona-Krise: Quarantäne. Keine Lehrgänge und weiteren Ausbildungen, bis über ein neues Ausbildungskonzept entschieden ist. Keine Einsätze, solange nicht geklärt ist, dass nur verfassungstreue KSK-Soldaten in Auslandseinsätzen Todesurteile vollstrecken, die nie ein Gericht gesprochen hat.

In der Kaserne in Calw sollten bis zum Neustart die Waffenkammern, Munitionsbunker, Materialkeller und Fahrzeughallen versiegelt werden. Täglich Zeit in der Kaserne totschlagen? Generationen von Wehrpflichtigen entwickelten da so ihre Strategien. Glaubt man den Meldungen des Verteidigungsministeriums, dann hat die Bundeswehr im Laufe der Corona-Pandemie weltweit ihre Aktivitäten in Krisengebieten heruntergefahren. Einen besseren Zeitpunkt für ein Moratorium bei den KSK-Einsätzen gab es wohl nie. Das ließe auch Zeit für die Reform des MAD, damit dort über die eigentliche Bedeutung des »Abschirmdienstes« nachgedacht werden kann. Einrücken zur Quarantäne! Marsch, Marsch!

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung