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Mehrwertsteuersenkung

Mehr. Wert. Steuern

Wie das »nd« die Senkung der Mehrwertsteuer ab Juli an Sie weiterreicht

Von Olaf Koppe

Nicht nur uns beim »nd« hat die Bundesregierung überrascht: Im Rahmen des üppigen Konjunkturpakets zur Bewältigung der Coronakrise verkündete sie die befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 bzw. 5 Prozent in der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember. Viele kleine Unternehmen und Gewerbetreibende zuckten zusammen und fragten sich, wie das in der Kürze der Zeit neben dem Tagesgeschäft finanztechnisch sauber umgesetzt werden soll.

Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es dazu keine Umsetzungsrichtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Auf der Internetseite des Ministeriums heißt es lediglich, dass hierzu derzeit ein Entwurf eines begleitenden BMF-Schreibens mit den obersten Finanzbehörden der Länder abgestimmt werde. »Das endgültige Ergebnis der Erörterungen bleibt abzuwarten.«

Die Firma, die unsere elektronischen Verlagssysteme betreut, teilte uns mit, dass die für die Umstellung der Mehrwertsteuersätze nötigen (natürlich kostenpflichtigen) Programmierungen erst nach Vorliegen der Umsetzungsrichtlinien ausgeführt werden können. Denn der Teufel steckt im Detail, insbesondere bei der Abgrenzung bereits vereinnahmter Lieferungen und Leistungen der unterschiedlich besteuerten Perioden. Dies ist nicht einfach »per Mausklick« zu lösen.

Aber genug vom finanztechnischen Kauderwelsch. Natürlich werden Unternehmen, auch das »nd«, durch die Steuersenkung in ihrer Liquiditätssituation entlastet, sofern sie zur Vorsteuerzahlung verpflichtet sind. Und natürlich haben wir den frommen Wunsch des Finanzministers Olaf Scholz im Ohr, die Unternehmen mögen doch bitte die Senkung an ihre Kunden weiterreichen. Wir haben nachgerechnet: Für unsere Abonnentinnen und Abonnenten wäre das ein über alle Aboformen durchschnittlicher Beitrag von 4,12 Euro für das gesamte zweite Halbjahr. Ein entsprechender monatlicher Nachlass ließe sich nur durch einen unvertretbaren hohen Aufwand realisieren.

Insgesamt handelt es sich um eine Summe von rund 100 000 Euro, die wir an die Leserinnen und Leser weitergeben wollen. Allerdings auf einem anderen Wege. Wir haben uns entschlossen, diese in einen »Zukunftsfonds« zu investieren, aus dem wir in den nächsten Monaten dringend notwendige Investitionen in unsere Digitalprodukte und eine entsprechende Vermarktungsstrategie finanzieren. Beide Schritte sind notwendig, um die Transformation unserer Zeitung ins digitale Zeitalter voranzutreiben, ohne die gedruckte Zeitung zu vernachlässigen. Uns ist klar, dass wir für dieses Vorhaben Ihr Einverständnis und Ihre Unterstützung benötigen.

Die weiter rückläufige Auflagenentwicklung bei der gedruckten Zeitung zwingt uns, mit Hochdruck an einer digitalen Transformation zu arbeiten. Wir wollen sowohl die Reichweiten unserer digitalen Angebote erhöhen als auch bessere Möglichkeiten zur Generierung von Erlösen im Digitalgeschäft schaffen.

Hierzu ist viel Arbeit nötig: So planen wir, das E-Paper, also die elektronische Ausgabe der Zeitung, zu überarbeiten und an die Erfordernisse der Zeit anzupassen. Wir arbeiten an einer App, mit der unsere Digitalangebote Sie unkompliziert erreichen, auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphone und Tablet. Unser Internetauftritt braucht eine Erneuerung, und wir arbeiten an einer Erweiterung unseres Angebots für Audio- und Videoinhalte, sogenannte Podcasts.

Die Kollegen aus dem nd-Shop haben sich durch die angekündigten Änderungen bei der Mehrwertsteuer weniger aus der Ruhe bringen lassen. Hier läuft alles seinen Gang, soweit es die Coronakrise zulässt. Seit Kurzem ist das Café »Babett« an unserem Verlagsstandort FMP1 Montags bis Freitag von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Das Café führt ein Grundsortiment an Büchern, CDs, DVDs und Solidaritätsprodukten, die direkt im Café erworben werden können - beispielsweise die beliebte Vio.me-Seife oder das Olivenöl einer griechischen Kooperative. Das nd-Shop-Team ist wie gewohnt auf der zweiten Etage des Hauses zu finden. Natürlich sind alle Produkte auch über unseren Online-Shop unter www.neues-deutschland.de/shop bestellbar.

Nach wie vor sind wir allerdings in der Bearbeitung der Aufträge dadurch gebremst, dass im Literaturbereich viele Titel kleinerer und unabhängiger Verlage, denen wir gerade jetzt in Corona-Zeiten besonders verbunden sind und denen wir auch viel Raum in unseren Leseprobenpaketen in »nd.DieWoche« geben, nicht beim Buchgroßhändler Libri gelistet sind.

Sie müssen von uns oft direkt bei den Verlagen bestellt werden. Das führt zu Verzögerungen bei der Auslieferung an unsere Kunden. Wir können da nur um Verständnis und etwas Geduld bitten. Berlinerinnen und Berliner können bei uns im Shop telefonisch nachfragen, ob ein Titel bereits vorrätig ist, und sich dann auf den Weg zu uns machen.

Bleibt mir, Ihnen einen schönen Sommer zu wünschen - wo auch immer Sie ihn verbringen werden.

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