Werbung

Farbe bekennen

Ines Wallrodt über den Mindestlohn als Strukturmaßnahme

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Mindestlohnkommission entscheidet mit der künftigen Mindestlohnhöhe über die Lebensverhältnisse in bestimmten Regionen, Branchen, ja, für ganze Teile der Gesellschaft. Sie schlägt dort Pflöcke ein, wo Gewerkschaften zu schwach sind, um bessere Löhne und Tarifverträge durchzusetzen. Besonders für Ostdeutsche und Frauen, für Migranten, junge Leute und geringfügig Beschäftigte, für Friseure und Floristinnen, Burgerbrater oder Pförtner steigen die Löhne derzeit nur dann, wenn sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in der Kommission auf die nächste Anpassung verständigen konnten.

Derzeit liegt der Mindestlohn bei 9,35 Euro und nicht einmal neoliberale Ideologen behaupten, dass man damit gut ohne staatliche Hilfen über die Runden kommt. Erst bei zwölf Euro käme man überhaupt in die Nähe einer einigermaßen armutsfesten Größenordnung. Das sagt selbst die Bundesregierung, weshalb man sie in die Pflicht nehmen sollte, für diesen Sprung zu sorgen.

Sie muss dann Farbe bekennen, ob sie weiter Steuern und Sozialbeiträge verpulvern will, um Unternehmen zu subventionieren, die Menschen arbeiten lassen, ohne sie anständig zu bezahlen. Oder ob sie die Lebenssituation von Millionen Menschen in der Krise verbessern will. Die Gewerkschaften sollten die Kommission daher lieber platzen lassen, als einer Erhöhung um wenige Cent zuzustimmen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln