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Unbefristeter Unterhalt nach über zwei Jahrzehnten Ehe

Urteil

Ein dementsprechendes Urteil beschloss nach Information der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) das Oberlandesgericht Hamm am 7. September 2018 (Az. 7 UF 9/18).

Der Fall: Das Ehepaar war rund 22 Jahre verheiratet. Vor der Heirat hatte die Frau ein Germanistikstudium abgeschlossen. Ihre anfänglichen Bewerbungen waren erfolglos geblieben. In der Ehe hatte sie sich hauptsächlich Haushalt und Kindern gewidmet und war daneben nur in Teilzeit oder ehrenamtlich tätig gewesen. Nach der Trennung absolvierte sie eine Umschulungsmaßnahme zur Sport- und Fitnesskauffrau.

Das Ehepaar stritt zunächst um Höhe und Dauer der Unterhaltszahlungen. Im Beschwerdeverfahren ging es dann im Wesentlichen um die Frage der Befristung des Unterhaltsanspruchs.

Das Urteil: Das Oberlandesgericht sprach der Frau unbefristeten Unterhalt zu. Sie sei nicht in der Lage, ihren Bedarf aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Seit Abschluss der Umschulung befinde sie sich in der Bewerbungsphase. Ob ihre Bewerbungen Erfolg haben würden, sei ungewiss.

Fest stehe, dass die Frau einen ehebedingten Nachteil zu tragen habe, der relevant sei für die Frage des Unterhalts. Das Gericht war überzeugt, dass die Frau eine nachhaltige berufliche Perspektive entwickelt hätte, wenn sie nicht geheiratet hätte.

Derzeit sei es unter anderem aufgrund ihres für den allgemeinen Arbeitsmarkt bereits fortgeschrittenen Alters und der familiär bedingten langen beruflichen Abstinenz noch nicht sicher erkennbar, ob sie ihren Unterhalt durch eine eigene Berufstätigkeit werde sichern können. Daher sei eine Befristung des Unterhalts nicht möglich, so das OLG. DAV/nd

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