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Das Yaam stirbt nicht einfach so

MEINE SICHT

Wenn es sich so zugetragen hat, wie es die Betreiber des Clubs an der Schillingbrücke berichten, dann erleben wir dieser Tage wieder ein Glanzstück der Berliner Verwaltung. Das Bauamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, der Eigentümer des Geländes ist und für die Instandhaltung der jetzt beanstandeten Spreemauer verantwortlich, hatte dem Club am 24. Juni 2020 eine bevorstehende Absperrung der Uferflächen angekündigt und für diesen Mittwoch ein Treffen angesetzt, um die Modalitäten dieser Einschränkung zu diskutieren.

Stattdessen wurden fünf Tage zuvor Fakten geschaffen. Es wurde direkt alles dicht gemacht - neben dem Außengelände auch noch das gerade erst mit 50 000 Euro des Berliner Lärmschutzfonds umgebaute Gebäude. Und das ist nur ein Bruchteil des Geldes, das laut Betreibern in den vergangenen fünf Jahren in das Gelände gesteckt wurde. Fast eine Million Euro wurde demnach ausgegeben, um alten und neuen amtlichen Auflagen gerecht zu werden. Unter dem zuletzt sehr großen Kostendruck hatte der Club seinerseits vom Bezirk ein Gutachten zur Sicherheit der Ufermauer gefordert - eben jenes, was nun zu seiner Schließung führte.

Man fragt sich, was für ein schmutziges Spiel hier Verantwortliche in der Verwaltung versuchen, mitten in der Coronakrise durchzuziehen: Sie fordern von einem einzigartigen, schwer erkämpften öffentlichen Musik- und Jugendclub die Erfüllung aller gestellten Bedingungen, und lassen einen Knackpunkt, nämlich die seit 2003 als marode bekannte Ufermauer - damals war dort noch der Club Maria am Ostbahnhof zu Hause - stur so lange vor sich hinrotten, bis sich das Problem der Clubs an der Schillingbrücke von selbst erledigt hat? Aber das Yaam ist nicht irgendein Club. Schon viermal hat es seine Location gewechselt - und überlebt. Dass dies auch ein fünftes Mal passiert, dafür müssen der Bezirk und im Zweifel der Kultursenat jetzt sorgen.

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