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Mitten in der Rabattschlacht

Ab dem 1. Juli sinkt die Mehrwertsteuer in Deutschland von 19 auf 16 Prozent. Bei Lebensmitteln, Büchern und Zeitschriften wird sie von sieben auf fünf Prozent abgesenkt. Diese Sätze gelten bis zum Jahresende, auch für Strompreise. Deshalb hatte die Verbraucherzentrale dazu geraten, am 30. Juni den Zählerstand zu dokumentieren und dem Versorger mitzuteilen. So sei es für den Versorger möglich, den tatsächlichen Verbrauch vor und nach der Mehrwertsteuersenkung zu berücksichtigen und die Werte nicht nur zu schätzen. Den gesenkten Preis müssen die Energieversorger nicht in den Abschlagszahlungen kenntlich machen. Eine Berücksichtigung bei der Jahresrechnung reicht aus.

Wer plant, sich etwas Größeres anzuschaffen, sollte ab diesem Mittwoch zugreifen, wird im Interesse der Konsumgüterindustrie geraten. Die meisten Händler wollen die Mehrwertsteuersenkung vollständig an den Endverbraucher weitergeben. Sie sind dazu allerdings nicht verpflichtet. Bei einer Umfrage der Handelsberatung BBE, an der vor allem kleinere und mittlere Unternehmen abseits des Lebensmittelhandels teilnahmen, gab jeweils rund ein Fünftel der befragten Händler an, die Steuersenkung nicht oder nur teilweise an die Kunden weitergeben zu wollen.

Fast jeder dritte Verbraucher will einer Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK zufolge die Senkung der Mehrwertsteuer für eine Neuanschaffung nutzen - viele allerdings nur im kleineren Rahmen. Junge Menschen neigten eher zum Vorziehen einer Anschaffung als ältere Menschen, teilte GfK am Dienstag mit. Im Einzelhandel seien zuletzt schon Anzeichen von Rabattschlachten zu erkennen gewesen. »Vor allem Elektrokleingeräte werden wahrscheinlich von der geplanten Maßnahme profitieren«, so die GfK-Konsumexpertin Petra Süptitz. Gemeint sind Mixer, Toaster oder Bügeleisen, aber auch Unterhaltungselektronik und Gartengeräte.

Die Mehrwertsteuersenkung hat schon vor ihrem offiziellen Inkrafttreten einen neuen Preiskampf im deutschen Lebensmittelhandel ausgelöst. Vorreiter war der Discounter Lidl, der schon mehr als eine Woche vor dem offiziellen Stichtag die Preise reduzierte. Rivale Aldi legte am vergangenen Samstag drauf und senkte die Lebensmittelpreise nicht nur wie vom Gesetzgeber vorgegeben um zwei, sondern um drei Prozentpunkte. Dies koste Aldi einen dreistelligen Millionenbetrag, betonte das Unternehmen. Weitere Händler haben verschiedene Wege gefunden, mit einer vorgezogenen Rabattierung Kunden in ihre Filialen zu locken.

Selbst wenn die geplante Mehrwertsteuerabsenkung von den Unternehmen vollständig im Preis weitergegeben würde, läge der Kaufkraftzugewinn in Hartz IV und Altersgrundsicherung jedoch für einen Single nach Berechnungen des Paritätischen gerade einmal bei 1,9 Prozent, konkret 8,20 Euro im Monat. Der Verband fordert eine finanzielle Soforthilfe für alle Bezieher existenzsichernder Leistungen in Höhe von 100 Euro pro Monat mehr ab sofort. Mit Agenturen

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