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Der ominöse Strich

Anspannung ja, Angst nein: Die Fußballer aus Zwickau empfangen den Chemnitzer FC zum Abstiegsduell in der dritten Liga

  • Von Sebastian Wutzler, Zwickau
  • Lesedauer: 3 Min.
Zwickaus Ronny König (r.) will ohne Angst ins Ostduell gegen Chemnitz – wie zuletzt beim Sieg gegen Braunschwieg mit Steffen Nkansah.
Zwickaus Ronny König (r.) will ohne Angst ins Ostduell gegen Chemnitz – wie zuletzt beim Sieg gegen Braunschwieg mit Steffen Nkansah.

Mehr Spannung vor einem Derby geht nicht. Das ohnehin prestigeträchtige Ostduell am vorletzten Spieltag der 3. Liga zwischen dem FSV Zwickau und dem Chemnitzer FC am Mittwochabend wird zu einem Abstiegsendspiel. Die Gastgeber stehen vor mit 40 Punkten auf dem 17. Tabellenplatz, der CFC belegt mit 41 Zählern Rang 16. Bei einer Niederlage wäre für die Zwickauer der bittere Gang in die Regionalliga so gut wie perfekt. Gewinnt der FSV, würde Chemnitz unter den ominösen Strich rutschen. Allerdings wäre das Team des Chemnitzer Trainers Patrick Glöckner dann noch nicht abgestiegen und könnte sich am kommenden Wochenende mit einem Sieg gegen Hansa Rostock sowie fremder Schützenhilfe retten.

»Für beide Mannschaften steht einiges auf dem Spiel. Eine gewisse Anspannung ist gut, Angst wäre aber ein schlechter Ratgeber«, sagt Zwickaus Stürmer Ronny König. Der 37-Jährige hat in seiner Karriere als Fußballprofi schon viel erlebt, darunter auch zwei Abstiege aus der 2. Bundesliga: 2009 Wehen Wiesbaden und zwei Jahre später mit Rot-Weiß Oberhausen. Einen dritten Abstieg will König mit aller Macht verhindern.

Die Zuversicht, den westsächsischen Rivale aus Chemnitz zu besiegen und in der Tabelle zu überflügeln, ist beim Routinier groß. Was spricht für den FSV? »Unsere Mentalität und der starke Charakter. Wir haben in dieser Saison schon mehrere Rückstände aufgeholt, Spiele gedreht und bewiesen, dass wir immer mindestens für ein Tor gut sind«, antwortet König selbstbewusst. 54 Treffer sprechen für eine schlagkräftige Zwickauer Offensive, 60 Gegentore dagegen für eine anfällige Defensive. Allein seit dem Neustart nach der Coronapause klingelte es im Kasten von Zwickaus Schlussmann Johannes Brinkies in neun Spielen schon insgesamt 19 Mal.

Trotz der Abwehrschwächen und nur zwei Siegen seit Ende Mai ist die Mannschaft von Trainer Joe Enochs im Abstiegskampf noch nicht aus dem Rennen. Am vergangenen Wochenende hatten die Zwickauer gegen Aufstiegskandidat Braunschweig einen 1:2-Rückstand in der Nachspielzeit noch in einen 3:2-Erfolg gedreht, womit die Chancen auf die sportliche Rettung wieder gestiegen sind. Und der Sieg am vergangenen Spieltag versetzte den FSV in die Lage, den Klassenerhalt noch aus eigener Kraft schaffen zu können.

Während König zusammen mit Sturmpartner Elias Huth für die Zwickauer Tore sorgen soll, muss der Chemnitzer FC im westsächsischen Derby auf seinen besten Schützen verzichten. Philipp Hosiner fehlt am Mittwoch gelbgesperrt. Für den Österreicher, der im Saisonverlauf schon 16 Treffer erzielt hat, ist das Fehlen »extrem bitter«. Die Verwarnung, die der Stürmer beim 1:1 in Uerdingen kassierte, empfand er als unberechtigt. »In unserer Situation benötigen wir jeden Spieler, um die nötigen Punkte zu holen. Das hat mich sehr verärgert«, sagte Hosiner in einem Interview auf der CFC-Homepage. Der 31-Jährige ist trotzdem von einem Erfolg seiner »Himmelblauen« überzeugt: »Die Mannschaft muss an ihre Qualitäten glauben und mit Selbstbewusstsein nach Zwickau fahren. Aktuell sind wir in der Situation, dass wir über dem Strich stehen und Zwickau hinter uns. Wir können meiner Meinung nach befreiter aufspielen.«

Ähnlich optimistisch äußerte sich auch der Chemnitzer Sportdirektor Armin Causevic, der sich einen mutigen Auftritt seiner Mannschaft wünscht - und eine Kampfansage an den Gegner schickte. »Gewinnen wir, kann das bereits der Klassenerhalt sein. Zwickau hingegen kann am Mittwoch absteigen. Das muss für unsere Spieler Ansporn und zugleich Anspruch sein«, beschrieb Causevic die Ausgangslage. dpa/nd

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