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In die dritte Runde

Andreas Henke (Linke) will erneut Oberbürgermeister von Halberstadt werden

Der Dom prägt die Silhouette von Halberstadt. Der Domschatz ist weltberühmt. Wenige Schritte entfernt sitzt im Rathaus Oberbürgermeister Andreas Henke - allerdings nicht mit so randvollen Schatzkisten wie die damaligen Domherren gesegnet. Vor 14 Jahren zog der Linke-Politiker dort ein. Am 5. Juli will der 57-Jährige zum dritten Mal nach der historischen Oberbürgermeister-Kette greifen.

2006 gewann Henke in der Stichwahl mit 72,5 Prozent gegen seinen SPD-Kontrahenten. Sieben Jahre später wählten ihn die Halberstädter mit 53,3 Prozent der Stimmen schon im ersten Wahlgang. Vier Kandidaten kämpften damals um den OB-Sessel, diesmal sind es sechs. Darunter wieder Henkes stärkster Konkurrent der 2013er Wahl, der 38-jährige CDU-Politiker Daniel Szarata.

Auf Wachstumskurs

In Halberstadt lebten zu Jahresbeginn 40 329 Menschen. Bis 2011 schrumpfte die Stadt noch, seitdem jedoch ist sie auf Wachstumskurs. Inzwischen sogar - als einzige Mittelstadt in Sachsen-Anhalt - überdurchschnittlich, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung der Stadt 2019 bescheinigte. In sechs Gewerbegebieten haben sich rund 200 Unternehmen angesiedelt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik sorgt für kurze Wege und schnelle Entscheidungen und ist maßgeblich für den Aufstieg verantwortlich, lobt die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes. Henke, zu dessen Grundtugenden nach eigenen Worten Zuversicht gehört, schreibt sich das nicht allein auf die Fahnen, auch wenn seine Partei hervorhebt, mit ihm sei »viel Positives gelungen« und er auf den Wahlplakaten auf seine Erfahrungen verweist.

Dem Linksfraktionsvorsitzenden im Bundestag Dietmar Bartsch und Gregor Gysi zeigte er bei einem Stadtspaziergang kürzlich, wie unter breiter Bürgerbeteiligung eine ehemalige Einkaufsstraße als grüner Freizeit- und Erholungsort saniert und aufgewertet werden soll. Mit Blick auf die Folgen der Coronakrise bekräftigten Bartsch und Gysi im Gespräch mit zahlreichen Halberstädtern die Forderung der Linksfraktion nach einem Schutzschirm für Kommunen, um mit den finanziellen Belastungen umgehen zu können. Und schauten auf Andreas Henke, der als Oberbürgermeister eben keine Schatzkiste für die Stadtfinanzen unterm Schreibtisch stehen hat.

Medizin statt Würstchen

Doch in der mittelständisch geprägten Metropole des Landkreises Harz schielen viele neidisch in die kleineren Städte nebenan, nach Quedlinburg, die Unesco-Welterbestadt mit ihren Touristenströmen, und Wernigerode, wo die Wirtschaft nach der Wende besser aus den Startlöchern kam. »Trotz vielfach zu erlebender Leidenschaft und Hingabe für unsere Stadt vermisse ich noch zu oft Liebe, Stolz und Verbundenheit zu ihr«, kritisiert Henke, der hier aufwuchs, zur Schule ging und nach seinem Studium wieder in die Stadt zurückkehrte, die er als »stolz, schön und würdevoll« bewundert.

Der OB weiß, wie wichtig Arbeitsplätze sind. Galten einst Eisenbahnwaggons, Dieselmotoren und Würstchen als Aushängeschilder der Stadt, ist es nun die Medizintechnik. »Wir haben dieses Cluster, ein Alleinstellungsmerkmal in Sachsen-Anhalt, auf 25 Unternehmen ausgedehnt.«

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