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Hilfe vom Land für intensive Bombensuche

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Um das Thema Kampfmittelbeseitigung ging es am Mittwoch bei einem Arbeitsbesuch von Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) in Oranienburg (Oberhavel). Das Land weist trotz aller Anstrengungen auch 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges den höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in ganz Deutschland auf. Allein rund 350 000 Hektar der zivil genutzten Fläche Brandenburgs stehen noch unter Kampfmittelverdacht. Oranienburg ist aufgrund der hohen Zahl der im Stadtgebiet bereits gefundenen oder noch im Boden vermuteten Blindgänger mit chemischen Langzeitzündern einer der Schwerpunkte bei der Kampfmittelsuche.

Stübgen war zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler, der zugleich Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium ist, nach Oranienburg gekommen. Anlass war, wie Ministeriumssprecher Martin Burmeister »nd« sagte, das Auslaufen der Bundesrichtlinie zur Erstattung von Kosten bei der Beseitigung alliierter Kriegsmunition zum Jahresende. Brandenburg strebe deren Verstetigung an. Bislang belastet die Munitionsräumung und -beseitigung neben dem Landeshaushalt auch den Stadtsäckel erheblich. Jährlich rund vier Millionen Euro stellt Oranienburg dafür in den Haushalt ein.

Gemeinsam mit Vertretern der Stadt und des Landkreises sowie Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus der Region informierte sich Stübgen in der Außenstelle des Kampfmittelberäumungsdienstes über Fortschritte bei der systematischen Bombensuche. Stübgen erklärte: »Wir stehen zu Oranienburg, und wir werden dafür sorgen, dass Bund und Land so lange die Bombensuche unterstützen, bis die Gefahr für die Menschen endgültig gebannt ist.« Das Land hatte die Stadt vor gut einem Jahr zur Modellregion erklärt und die Bombensuche erheblich intensiviert. Das Projekt, das bis 2021 läuft, soll laut Burmeister ebenfalls verlängert werden.

Im Oktober 2019 wurde in der Stadt die 209. Weltkriegsbombe unschädlich gemacht, die dort seit der am 23. Oktober 1991 begonnenen Zählung entdeckt worden war. Auch diese 500-Kilogramm-Fliegerbombe trug einen chemischem Langzeitzünder. In einem Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern um den Fundort mussten 5200 Menschen ihre Wohnungen oder Arbeitsplätze verlassen. Die bis 1945 auf Oranienburg abgeworfenen Großbomben sind eine stetige Gefahr.

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