Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Karstadt in Potsdam wird verschont

Rücknahme von Schließung eines Warenhauses in Brandenburg lässt auch Beschäftigte des Kaufhauskonzerns in Berlin wieder hoffen

  • Von Rainer Rutz
  • Lesedauer: 2 Min.
Die Karstadt-Filiale in Postdam wird nicht dicht gemacht.
Die Karstadt-Filiale in Postdam wird nicht dicht gemacht.

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat am Freitag angekündigt, seinen von der Schließung bedrohten Standort in der Potsdamer Innenstadt nun doch von der konzerneigenen Abschussliste nehmen zu wollen. Das Karstadt-Kaufhaus in der brandenburgischen Landeshauptstadt ist damit eine von bundesweit sechs Filialen, denen die Konzerngeschäftsführung wieder eine »Zukunftsperspektive« einräumt. Offenbar hatte es bei den sechs jetzt verschonten Standorten zuvor Zugeständnisse seitens der Vermieter der Häuser gegeben.

Wie berichtet, will der Galeria-Eigner – die Signa Holdung des österreichischen Immobilienmilliardärs René Benko – in ganz Deutschland einen bedeutenden Teil seiner 172 Filialen schließen. Trotz der Ankündigung von Freitag stehen dabei nach wie vor 56 Standorte vor dem Aus. Dass der Wackelkandidat Potsdam nun vorerst gerettet scheint, sorgt bei Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) verständlicherweise für Erleichterung. »Das ist eine gute Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den gesamten Einzelhandel in der Potsdamer Innenstadt. Sie unterstreicht die Attraktivität des Standorts Potsdam«, teilte Schubert am Freitag mit.

Weiterhin düster sieht es da gegen für die sechs Berliner Galeria-Filialen auf der Schließungsliste aus. Die zwei Filialen in Lichtenberg gehören dabei ebenso wie die in Tempelhof, Wedding, Gropiusstadt und der Wilmersdorfer Straße sowie das Sporthaus an der Joachimsthaler Straße in Charlottenburg zu jenen Kandidaten, für die es der Konzernführung zufolge »keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive« gebe. Allein in Berlin stehen so mindestens 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Die Gewerkschaft Verdi will das nicht hinnehmen. Schon am Freitag hatte sie bei einer Protestaktion vor der Galeria-Filiale in Tempelhof rund 400 Menschen auf die Straße gebracht. Für diesen Montag mobilisiert die Gewerkschaft zu einer Kundgebung vor der Filiale im Ring-Center in Lichtenberg. »Die Nachricht aus Potsdam zeigt, dass noch nichts in Stein gemeißelt ist«, sagt Erika Ritter, Leiterin des Verdi-Landesfachbereichs Handel, zu »nd«. »Natürlich sind wir nicht so vermessen, dass wir glauben, alle bedrohten Filialen retten zu können. Aber jeder Arbeitsplatz zählt.« Verdi jedenfalls werde definitiv weiterkämpfen. »Wir haben es hier mit einem echten Drama zu tun.«

Auch der Linke-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser fordert, dass nach der aktuellen Wende im Standortpoker des Konzerns »die Schließungspläne für Berlin noch mal vollständig auf den Prüfstand« müssen. Mit Blick auf die millionenschweren Bauplanungen der Signa Holding in seinem Wahlkreis Kreuzberg sagt Meiser: »Anstatt krampfhaft an seinen größenwahnsinnigen Plänen für den Abriss und den Neubau der Karstadt-Filiale am Hermannplatz festzuhalten, sollte Herr Benko die dafür eingeplante Mittel besser in die jetzt von der Schließung bedrohten Kaufhäuser investieren.«

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln