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Links und lässig

Personalie: Jamaal Bowman hat die Kongress-Vorwahl in New York gewonnen.

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Jamaal Bowman hat die Sensation von Alexandria Ocasio-Cortez wiederholt. Die Parteilinke bei den US-Demokraten hatte vor zwei Jahren ebenfalls einen langjährigen Amtsinhaber besiegt. Anders als damals hielt das Establishment eine Niederlage des Amtsinhabers bei der Kongress-Vorwahl für möglich, man investierte mittels Dark-Money-Gruppen Millionen, um den ehemaligen Schulleiter aus der Bronx zu stoppen. Der will ähnlich wie Ocasio-Cortez einen Green New Deal, die Einführung der staatlichen universalen Krankenversicherung Medicare For All und »racial and economic justice«. Der schwarze Politiker, der als Kind von Polizisten verprügelt wurde, protestierte nach dem Tod von George Floyd mit der schwarzen Community und wurde auch vom Black-Lives-Matter-Momentum zum Sieg getragen. Laut aktuellem Auszählungsstand hat er über 60 Prozent der Stimmen erhalten, die ausstehende Briefwahlstimmenauszählung wird an Bowmans Sieg laut Experten nichts ändern.

Sein Gegner, der Politiker Eliot Engel, vertritt den Wahlkreis bereits seit 32 Jahren und ließ sich dort besonders in der Coronaviruskrise nicht blicken. Er wurde von Hillary Clinton und andere Parteigranden unterstützt. Bowman dagegen von den linken »Justice Democrats« und mehreren anderen progressiven Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, möglichst linke Demokraten in Amt und Würden zu hieven und dabei, wenn nötig, auch Establishmentpolitiker in den Vorwahlen zu stürzen. Bowman fordert die Zweistaatenlösung. Verteidiger Engels bezeichnete ihn in Postwurfsendungen als »Feind Israels«.

Bowman hatte mit seiner Arbeit mit Mittelschülern geworben. Als Kind einer alleinerziehenden Mutter, aufgewachsen in den Sozialbauten der Bronx, wisse er, wie es sei, »wie ein Tier« behandelt zu werden. Der 44-Jährige Hip-Hop-Fan trug im Wahlkampf eine Wu-Tang-Maske, strahlt New Yorker Lässigkeit aus. Im US-Kongress gebe es zu viele Millionäre und zu wenige Abgeordnete aus der Arbeiterklasse, so Bowman: »Armut ist kein Zufall, sondern Ergebnis von Politik.«

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