Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

»Corona wirkt wie ein Brandbeschleuniger«

Welthungerhilfe warnt vor einem Anstieg der Hungernden auf eine Milliarde

  • Lesedauer: 2 Min.
Ein riesiger Heuschreckenschwarm bedeckt den Boden in Kenia. Es handelt sich um eine der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 70 Jahren.
Ein riesiger Heuschreckenschwarm bedeckt den Boden in Kenia. Es handelt sich um eine der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 70 Jahren.

Berlin. Infolge der Corona-Pandemie befürchtet die Welthungerhilfe einen Anstieg der Zahl von hungernden Menschen auf eine Milliarde weltweit. Die Pandemie schlage jetzt in den Ländern des globalen Südens mit voller Wucht zu, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Jahresberichts 2019. »Viele Menschen erkranken an COVID-19, viele verlieren ihre Arbeit, die Wirtschaft bricht dramatisch ein, Nahrungsmittelpreise steigen und Gesundheitssysteme sind überfordert«, mahnte Thieme. Hinzu komme in vielen Regionen Afrikas und Asiens die Heuschreckenplage. »Internationale Solidarität ist jetzt wichtiger denn je«, forderte sie.

»Die Corona-Pandemie funktioniert wie ein Brandbeschleuniger für ohnehin schon bestehende Krisen«, sagte Generalsekretär Mathias Mogge. Vor allem Afrika südlich der Sahara werde besonders unter der Pandemie leiden. Um die Folgen der Krise in den betroffenen Ländern zu reduzieren, seien sofort 100 Millionen Euro notwendig. Die Welthungerhilfe habe dazu einen internationalen Aufruf gestartet. Die Bundesregierung hatte in ihrem Nachtragshaushalt bereits zusätzliche drei Milliarden Euro für die weltweite Corona-Hilfe bereitgestellt. Jetzt müssten diese Mittel des Corona-Soforthilfeprogramms des Bundesentwicklungsministeriums möglichst schnell fließen, forderte Mogge: »Es ist auch entscheidend, dass Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe in diese Hilfsmaßnahmen einbezogen werden.«

Die Welthungerhilfe habe bislang Zuschüsse von rund zwölf Millionen Euro erhalten, sagte Mogge. »Wir haben sofort reagiert und Nothilfeprogramme aufgelegt.« Die Hilfsorganisation habe zum Beispiel Aufklärungsmaterial, Hygieneartikel, Nahrungsmittel und Saatgut verteilt. Wichtig sei nun, dass nicht nur in Nothilfe, sondern auch in langfristige Maßnahmen investiert werde. Entscheidend sei, nun den Gesundheitssektor und die Landwirtschaft in den betroffenen Ländern so aufzubauen, dass sie künftig besser gegen Pandemien gerüstet seien. »Das muss parallel erfolgen und dafür sollten die Mittel auch jetzt eingesetzt werden«, forderte Mogge.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Welthungerhilfe stand 2019 der Kampf gegen die Folgen von Kriegen und Klimawandel. Laut Jahresbericht flossen 221,6 Millionen Euro in 499 Projekte in 36 Ländern. Damit seien rund 10,5 Millionen Menschen erreicht worden. Die höchste Projektförderung erhielten der Südsudan, der Sudan sowie Syrien und die Türkei. Insgesamt standen der Hilfsorganisation im vergangenen Jahr Mittel in Höhe von 249,7 Millionen Euro zur Verfügung, davon 56,6 Millionen Spendeneinnahmen. Öffentliche Geber stellten 189,5 Millionen Euro für die Projektarbeit bereit. Der Anteil der Bundesregierung betrug mehr als 40 Prozent. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln