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Aus alt mach neu

Die Partei mit traditioneller Männerquote will sich modernisieren und plant nun eine Frauenquote

  • Von Birthe Berghöfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Es könnten arbeitsreiche Jahre für alle Frauen in der CDU werden. Wie am Dienstag bekannt wurde, plant die Struktur- und Satzungskommission der Christdemokraten den »Anteil weiblicher Amts- und Mandatsträger bis zur Parität« zu steigern. Bis zum Jahr 2025 sollen also 50 Prozent aller Posten an Frauen vergeben werden – sofern der Vorschlag beim Bundesparteitag im Dezember Zustimmung findet. Angesicht der umgehenden Kritik aus der stramm konservativen Werteunion, könnte der allerdings die erste Hürde darstellen.

Deren Vorsitzender Alexander Mitsch erkannte sofort eine »massive Ungleichbehandlung und Benachteiligung« aller Partei-Männer und sprach von einer »unzumutbaren Gängelung der Mitglieder«. Doch der urkonservative Protest ist nicht die einzige Hürde auf dem Weg zur Parität: Lediglich 26 Prozent aller Mitglieder sind laut Parteiangaben weiblich. Im Bundestag sitzen für die CDU/CSU-Fraktion nur etwa 21 Prozent Frauen. Woher aber nehmen, was die Basis gar nicht hergibt?

Kein Wunder also, dass der überaus ambitionierte Ruf nach einer Frauenquote in der CDU für Spott im Netz gesorgt hat. Doch man sollte den gemeinen Konservativen nicht vorschnell verurteilen. Wenn sich jemand mit Quoten auskennt, dann doch eben jene Partei mit lang erprobter Männerquote. Dabei wird Mann nicht wegen seiner Qualifikation eingestellt oder weil er besser wäre als die Kollegin, sondern weil er ein Mann ist. Dieser »Quoten-Mann« ist selten wegen seiner Fähigkeiten und Erfahrung an Spitzenpositionen gekommen – und dennoch ein Erfolgsmodell.

Es ist dieser Erfolg, der die übliche Empörung beim Thema Frauenquote – jeder sollte für seine Qualifikation eingestellt werden und nicht für sein Geschlecht – zunichte macht. Und es sind ebendiese Quoten-Erfahrungen, die hoffen lassen, dass die CDU auch eine Frauenquote bewältigt bekommt – an der Zeit wäre es.

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