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Es drohen blinde Schaufenster

MEINE SICHT: Nicolas Šustr über die Zukunft des Kleingewerbes

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise werden erst langsam sichtbar. Doch das Straßenbild könnte sich in den nächsten Monaten deutlich verändern. Da die ehemalige Kiezkneipe, dort das einstige Restaurant und gegenüber die geschlossene Galerie. Das Verdrängungswerk, welches Immobilieninvestoren mit erbarmungslosen Mietsteigerungen nicht nur bei Wohnungen, sondern auch bei vielen Gewerberäumen begonnen haben, könnte durch die Corona-Pandemie noch potenziert werden.

Denn über große Rücklagen verfügen die kleinen Krauter, die die Kieze abwechslungsreich und lebenswert machen, nicht. Und die Umsätze bleiben auch nach den Wiedereröffnungen bei vielen weit unter den früheren Zahlen. Den einen fehlt das Geld der Touristen, den anderen das der Anwohner. Allein schon dadurch, dass nun viel weniger Menschen bewirtet werden können, ist die einstige, oft sehr knappe Kalkulation, komplett Makulatur geworden. Und wer selbst von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist, muss erst mal sehen, wie er mit den reduzierten Einkünften zurande kommt. Auch wer Angst vor der Zukunft hat, wird sein Geld zusammenhalten.

Ohne die längerfristige Möglichkeit, Mieten zu reduzieren, wird der Kahlschlag kaum aufzuhalten sein. Glücklich kann sich schätzen, wer verständnisvolle Vermieter hat. Und es ist zu begrüßen, dass der Senat überlegt, gewissen Unternehmen bei den Mieten unter die Arme zu greifen. Er muss wieder da einspringen, wo der Bund versagt. Nicht nur, weil das Ende Juni ausgelaufene Mietenmoratorium, das vor Kündigung schützen soll, viel zu kurz angesetzt war. Sondern auch, weil eine Beteiligung der Immobilieneigentümer an den Kosten der Coronakrise weiterhin jenseits der Vorstellungskraft der Bundestagsmehrheit ist. Es scheint fast so, als führte die CDU Krieg gegen lebenswerte Städte für alle. Und die SPD fungiert als ihr Steigbügelhalter.

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